Trilobiten - Asaphida


Ogyginus corndensis (MURCHISON, 1839)
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Ogyginus corndensis

Fundort: Llandeilo Series, Maesgywnee, Nr. Builth Wells, Powys, Wales, Ordovizium
Unschwer zu erkennen, daß wir hier einen nahen Verwandten von Ogygiocarella debuchii vor uns haben, dem Trilobiten, mit dem die moderne Trilobitenkunde 1698 zumindest literarisch ihren Anfang nahm. Das vorliegende, vollständige Exemplar aus dem Ordovizium ist 6 cm lang und ca. 5 cm breit und liegt, wie bei Trilobiten dieser Fundstelle üblich, als Steinkernerhaltung vor. Was unterscheidet nun Ogyginus von Ogygiocarella? Beide Gattungen kommen bisweilen nebeneinander in den selben Schichten vor. Interessanterweise gibt es Anhaltspunkte dafür, daß Ogyginus in solchen Konstellationen regelmäßig in kleineren Formen auftritt als Ogygiocarella. Hier könnte es sich um ein sogenanntes "character displacement" handeln, d. h. durch unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten könnten beide Gattungen verschiedene biologische Nischen besetzt und damit ein konkurrenzfreies Zusammenleben erreicht haben. Der Hauptunterschied in der Morphologie beider Gattungen - und dadurch kann man sie leicht identifizieren - besteht in der Anzahl der Pygidialrippen: Während Ogygiocarella zwischen elf und zwölf Rippen aufweist, kommt Ogyginus bereits mit sieben bis acht Rippen aus. Privaterwerb von Martin Sauter.