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Detektivarbeit entlarvt falsche Fundortangaben! <g>

 
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Xiphogonium
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BeitragVerfasst am: So Aug 21, 2005 10:41 am    Titel: Detektivarbeit entlarvt falsche Fundortangaben! <g> Antworten mit Zitat

Heute möchte ich mal was zum Besten geben. Diejenigen, die regelmäßig die Yahoo! Gruppe besuchen, mögen es schon kennen, aber es ist dennoch interessant und ein Beweis dafür, wie bei Fossilienhändlern mit Falschangaben um sich geschmissen wird, natürlich zumeist unbeabsichtigt.

Vor einigen Tagen habe ich bei einem mir sehr lieben deutschen Trilobitenhändler Wink einen Isotelus aus dem Ordovizium von Kanada geordert. Dieser ca. 10 cm lange Trilobit wurde mit der Fundortangabe "Colburn, Ontario, Kanada" angegeben.

Eine Überprüfung meinerseits ergab allerdings, daß es besagten Ort in Ontario gar nicht gibt. Ich suchte mir also andere Isotelus, die zum Kauf angegeben wurden und fand unter anderem die folgenden Angaben:

Colbourg Fm. , Coulburg Fm., Colburne Fm., Coulbourne, Colborn, Couburg, Coubourn, usw. usw. p.p.

Na toll, ich liebe sowas. Entschlossen, das Rätsel zu lösen, postete ich in der Yahoo Gruppe eine entsprechende Anfrage und bekam zu hören, daß es sich um die Coubourg Formation handele, weiter nichts. Damit wollte ich mich allerdings nicht zufrieden geben und recherchierte im Internet weiter, auch unter Zuhilfenahme von Landkarten.

Dabei machte ich einige interessante Entdeckungen:

Es gibt eine Stadt namens Coubourg, daher nahm ich an, daß die Formation tatsächlich die Coubourg Formation war. Ein paar Kilometer westlich davon lag ein Kaff namens Bowmanville, was ich schon mal bei einem Isotelus gesehen hatte. Dort gibts eine Zementfabrik mit Steinbruch wo Isotelen anstehen. In die andere Richtung, also ein paar Kilometer im Osten gibt es eine Stadt COLBORNE. Dort gibt es ebenfalls eine Zementfabrik mit Steinbruch und angeschlossenem Hafen! <g>

Ich schloß daher wie folgt: Tauchen bei Isotelen zum Verkauf Angaben auf, die in irgendeiner Form eine Lokalität mit Cou-, Col-, Coul-, etc. ausweisen, dann ist sicher gemeint:

aus der Trenton Group, Coubourg Formation, Colborne, Ontario, Kanada oder
aus der Trenton Group, Coubourg Formation, Bowmanville, Ontario, Kanada

Dies stellte ich nochmals in der Yahoo Gruppe vor und wurde dann von einem kanadischen Mitglied zu 100% bestätigt. Beide Orte yielden Isotelus Trilobiten, beides sind Zementfabriken. Die letztere in Colborne wurde jedoch vor einiger Zeit für Sammler dichtgemacht, da im Zuge der neuen Sicherheitsmaßnahmen nach dem 11. September Betriebe mit angeschlossenen Hafenanlagen für Betriebsfremde absolut tabu sind.

Man sieht: Angaben zu Fundstellen sind häufig falsch, meistens fraglich, zumindest zweifelhaft. Sind mehrere Zwischenhändler involviert, scheinen sich die Daten nach Art der stillen Post mit zunehmender Handelstätigkeit oft immer mehr zu verfälschen! Wink

Gruß

Mike
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Andries
Trilomaniac


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BeitragVerfasst am: So Aug 21, 2005 12:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi mike,

jetzt weiß ich wer den Isotelus bei Heiko gekauft hat. *g
Ich habe auch schon mit dem Trilo geliebäugelt.

Erstaunlich, wie Du den richtigen Fundort herausgefunden hast.
Über dem Internet kann man meistens schnell war rausfinden,
aber genaue Angaben schafft man nur, wenn man Sammler finden,
die sich vor Ort auskennen und auch die geologische Beschaffenheit kennen.
Es sind meist nur kleine Sachen welche dann die Bestimmung ermöglichen.
Und gegebenenfalls Literatur.

Gruß Andries
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Xiphogonium
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BeitragVerfasst am: Di Aug 23, 2005 8:41 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann Dir gerne meine diesbezügliche Vorgehensweise verraten:

1. Ich überprüfe im Internet die angegebene Art unter Mitangabe der Gattung, sobald ich dabei schon unterschiedliche Angaben finde (Beispiel: Isotelus mafritz, Isotelus mafritzi, Isotelus mafritzae) heißt es weiterforschen und zwar unter Eingabe dieser richtigen oder falschen Namen

2. Da im Internet vieles ver- und gekauft wird, sind die Lokalitätsangaben oft durch Stille Post verfälscht. Auch hier überprüfe ich jede Angabe auf ihre Plausibilität (existiert dieser Ort oder jener überhaupt, etc.) Hat die angegebene Lokalität eine Webseite, dort kann man gut weiterforschen. Über Yahoo! Maps kann man sich zudem fast von jedem Ort der Welt eine Karte anschauen.

3. Dann kombiniere ich über die Suchmaske von Yahoo oder Google die Gattungs- und Artnamen in Verbindung mit den angegebenen Lokalitäten, Suchmaske also z. b. suche nach: Isotelus+mafritzae+Colborne+Trilobites

4. Aus den gewonnenen Resultaten kann man gut abschätzen (insbesondere wenn man genau hinschaut wo die Infos herkommen: Ein Resultat von der Seite einer geologischen Gesellschaft ist logischerweise einem Resultat von der Seite eines Händlers vorzuziehen) wie die Sache tatsächlich liegt.

5. Ich stelle das Ergebnis zur Diskussion und warte auf Bestätigung oder Verneinung (in der Yahoo Gruppe).

Gruß

Mike
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Jens
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BeitragVerfasst am: Fr Nov 18, 2005 2:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mike,

kenne das Problem mit den Fundortangaben. Das Internet ist sicher hilfreich, kann aber genausogut irreleiten. Unter amerikanischen Händlern florieren beispielsweise Angaben wie Hamar Laghdad Formation und Am limestone, beides Lachnummern, erstere gibt es gar nicht und was soll das für ein Kalk sein, der für alle Kalke vom Prag bis in die Eifel benutzt wird. Bewußte oder unbewußte Fehl- und Falschinformationen sind Teil des Trilobitengeschäfts.
Neue Fundstellen werden besonders in Marokko ungern verraten, da hier kommerzielle Interessen dahinterstecken. Die Leute wollen halt leben oder sich ne goldene Nase verdienen. Seriöse Infos findet man meist nur in der Literatur, wobei auch hier Wissenschaftler Falschinformationen aufsitzen, wir haben das selbst in Marokko erlebt, wo es am Jbel el Gara keine Spur von Trilobiten oder Grabungstätigkeiten gab.
Auch die Dedektivgeschichte zur Lokalisierung der Drotops-Fundstelle, die man bei Struwe nachlesen kann, zeigt den normalen Weg. Erste Angaben sind meist völlig abwegig, oft Dutzende oder gar 100km entfernt, nach ein paar Jahren gibt es besser Angaben z.B. Alnif für den Jebel Issoumour, welches immerhin auch noch mehr als 20km weg liegt.
Die beste Idee ist sicherlich einfach hinzufahren und die richtigen Leute vor Ort zu fragen. Wir haben einen Nomaden am Jbel el Gara getroffen, der unserem Führer mitteilte (unter Lachen), daß hier nie nach Fossies gesucht wurde und sofort viel der Name Zguilma, welches mindestens 60km entfernt liegt.

Na dann,

Grüsse,

Jens
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Xiphogonium
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BeitragVerfasst am: Fr Nov 18, 2005 3:40 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jens,

das ist sicher richtig, aber wahrscheinlich kann nicht jeder sich vor Ort begeben, wenn er nicht gerade professionell sammelt.

Gruß

Mike
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Jens
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BeitragVerfasst am: Sa Nov 19, 2005 2:47 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mike,

ja, sowas tun die Wenigsten und daher fehlen eben oft die seriösen Infos und man wundert sich warum den Marokks die Trilos ausgehen. Heutzutage buddeln die schon für einen guten großen Drotops fast ne Woche um ihn dann für nen Appel und ein Ei verscherbeln zu müssen. Aber wer weiß sowas schon, wenn man halt nicht hinfährt.

Grüsse,

Jens
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Xiphogonium
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BeitragVerfasst am: Sa Nov 19, 2005 2:50 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, so wie es aussieht werde ich im nächsten Jahr die Gelegenheit haben die besagte Reise unter sachkundiger und professioneller Führung zu machen! Cool

Gruß

M.
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Jens
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BeitragVerfasst am: Sa Nov 19, 2005 3:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Denke es wird Dir gefallen und immer schön viel Wasser dabeihaben, mind. ne 2 Liter Pulle im Rucksack.

Viel Spaß und gute Funde,

Jens
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