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Posted by Xiphogonium on 21.02.2012 at20:35:

 

Hier mal die Liste der in Zguilma nachgewiesenen Taxa (eventuelle Revisionsbedürftigkeiten seit 2006 mal außer acht gelassen):



Posted by Jens on 21.02.2012 at21:14:

 

Hihi,

super Horst. 2 Monate Marokko, ein Traum. Ich sag mal hier haste nichts verpasst, ausser ner Kältewelle.

Freue mich, wenn ich dir ein paar Anreize für baldige Präparieren geben kann. Bei Zguilma-Trilos sind die angewitterten am Besten, die trennen gut. Ansonsten hat man gern auch mal klebendes Zeugs, besonders wenn die Oberfläche granuliert ist. Lässt sich aber recht gut strahlen, also lasse ich etwas Sediment drauf und mache dann erstmal sauber. Dann wieder etwas absticheln und dann weiter strahlen. Die Oberfläche soll ja nicht so leiden, sind schöne Details drauf, die man ja erhalten möchte, ich zumindest;-)

@Mike: Ist schon ne Menge was da so gefunden wurde. Schade dass man viele der dort aufgeführten Arten so schnell gar nicht kriegt. Zum Beispiel Scabriscutellum, ach ja.

lg,
Jens



Posted by Fred on 21.02.2012 at22:18:

 

Fantastic!



Posted by Piltonia on 21.02.2012 at23:48:

 

Oh the strong spiny pleural spines, Hechel!



Posted by Jens on 21.02.2012 at23:53:

 

Okay folks,

at the end some words in english. It was fun to prepare this bug, I needed around 5 hours to get ready. The combination of minor use of sandblasting technics and the right airs-scribs brought a stunning specimen.
Love that bugs, especially a specimen in a outstretched way, which is not so frequent in Zguilma. Hope you like the different poses. The minute prosopon structers on the shell are not visible under the used light. Probably I should use a coating with ammonium chloride. May be someone;-)

greetings,
Jens

Edit: Shit, ich sehe gerade, dass mein Handtuch gefusselt hat, oO.



Posted by Jens on 22.02.2012 at23:13:

 

Es gibt noch eine Besonderheit, die ich durch benetzen mit Alkohol sichtbar machen konnte. Nämlich die Muskelansatzstellen an der Glabella, die normal nicht oder bestenfalls in Ansätzen erkennbar sind.
Ein Makroaufnahme zeigt auch die gut erhaltenen Terrassenlinien auf den Wangenrändern.

lg,
Jens



Posted by Xiphogonium on 23.02.2012 at07:52:

 

Hmm, ein besoffener Trilo mit Muskelspiel! Glücklich5



Posted by Jens on 23.02.2012 at09:18:

 

Jau, du must sie besoffen machen, damit sie sowas von sich preisgeben.

lg,
Jens



Posted by Andries on 23.02.2012 at10:13:

 

Hi Jens,

interessant, dass Du die Muskelansätze bei Deinem sehen kannst.
Bei meinem ungestrahlten Diademaproetus aus Zquilma lässt sich nichts erkennen, auch nicht wenn ich mit Alkohol besprühe.

Ich weiß, wenn man sie strahlt, das eine sehr dünne Schicht von der Oberfläche der Schale abgetragen wird.
Ich überlege, ob dadurch die Muskelstellen sichtbar werden.

Eine andere Überlegung ist , ob es sich hier nicht um verdickungen handelt. Die Schwarze Flecken tauchen bevorzugt an den glabellare Furchen auf. Vielleicht ist die Schale dort doppelt so dick, was für die verdunkelung sorgt.
Was meinst Du?



Posted by Jens on 23.02.2012 at10:18:

 

Hi Andries,

ich denke mal, es ist etwas Besonderes, dass man die Muskelansatzstellen sehen kann. Glaube nicht, dass die Schale grosse Substanzverluste hatte, da man auch noch feine Details sehen kann. Möglicherweise verliert sie eine hauchdünne obere Schalenschicht, aber so richtig sehen konnte ich den Verlust nicht. Ich habe noch 2 Exemplare, mal sehen wie die aussehen.

Das hier ist ein recht kleines Exemplar, muss mal messen, vielleicht etwa 2,5cm lang. Ich tippe auf eine primär dünne Schale, vielleicht ein Exemplar was kurz nach der Häutung verstorben ist.

Zusatz: Verdickungen der Schale im Bereich der Glabella-Furchen sind es nicht, da ist einfach schwarzes Pigment auf der Innenseite der Schale zu sehen, die durch die Benetzung durchsichtig wird. Vielleicht ist Glycerin besser zum durchsichtig machen der Schale? Ich habe um ehrlich zu sein auch nicht Alkohol sondern mein Lösungsmittel für Sekundenkleber verwendet, dass wirkt aber ähnlich wie Äthanol oder Propanol.

lg,
Jens



Posted by Andries on 23.02.2012 at10:37:

 

Hi Jens,

interessant, Pigmentation ist doch was anderes als eine Verdickung, gut zu wissen. Glücklich5

Michael meinte mal, dass man beim vorsichtigen Strahlen eine Primärschicht entfernt, welcher hauchdünn die Schale überzieht.
Bei Zquilma-Trilobiten konnte ich beobachten, dass sich was ganz feines abgelöst hat, wobei mir nicht klar ist, ob es diese "primäre Schicht" ist, oder nur die verwitterte Oberschicht.

Bei vorsichtigen Strahlen konnte ich keine Detailverlust feststellen, weshalb ich diesbezüglich ratlos bin, was man da nun tatsächlich entfernt. Ooops6



Posted by Jens on 23.02.2012 at10:50:

 

Ich denke mal es ist die Prismenschicht, die erscheint besonders dunkel. Das sind wenige Mikrometer und sie scheint selbst beim sanftesten Strahlen sofort zu verschwinden.

Ich hatte auf so eine Schicht bei der Präp vom Hypsipariops darauf hingewiesen:

Präparation von Hypsipariops cf. vagabundus

lg,
Jens

PS: Ich kenne Muskelansatzstellen von vielen Trilobiten, gerade im schwedischen Ordovizium sind sie bei Nileus nicht allzu selten. Dort sind es aber meist bräunliche Farbtöne. Tja, was man genau sieht ist natürlich schwierig zu beantworten, sind es echte Pigmente oder vielleicht feindisperser Pyrit. Jedenfalls ist bei den Muskelansatzstellen was besonderes. Vielleicht ist der organische Anteil im Kalzit höher als in der übrigen Schale, damit die Muskelnansätze sich besser mit der Schale verbinden können?



Posted by Andries on 23.02.2012 at11:02:

 

Hi Jens,

es könnte sein, dass an die Muskelansatzstellen eine rauhere Oberfläche an der Innenseite des Exoskelett vorhanden war, weshalb sich dar vielleicht leichte Stoffe abgesetzt haben, was zu eine Verfärbung/Pigmentierung geführt hat.

Eine Frage, die mir gerade hierzu einfällt, wieso hatten Trilobiten überhaupt Muskelansätze am Aussenpanzer, bzw. wie bewerkstellten sie, dass bei der Häutung die Muskeln funktionsfähig bleiben.
Wenn man Trilobiten ventral betrachtet, dann erkenn man "Laschen" worin sich der Weichkörper vom Trilobit sich verankert hat.
Somit stellt sich die Frage ob zwischen Exoskelett und dem Weichkörper überhaupt Muskeln vorhanden waren, oder befinde ich mich hier momentan komplett auf dem Holzweg? Ooops6



Posted by Jens on 23.02.2012 at11:26:

 

Hi Andries,

tja, schwer zu sagen, habe mir noch nicht gross Gedanken drüber gemacht, warum die Flecken da sind. Ich denke, es ist organisches Material, was in der Schale eingelagert ist. Müsste man schleifen und anätzen und dann unter dem SEM untersuchen, um dass zu belegen. Aber bisherige Untersuchungen haben ja gezeigt, dass sich im Kalzit organische Verbindungen befinden, wenn diese zerstört werden, werden die Panzer weiss;-)

Zur Frage der Muskelansatzstellen. Jedes Bein war an der Innenseite des Panzers angeheftet, zumindest ein Muskelstrang, auch gehe ich davon aus, dass auf der Panzerinnenseite der Weichkörper angewachsen war. Der Panzer ist ja kein Gehäuse, sondern ein Schild mit dem der Trilobit innig verwachsen war. Vergleichbar vielleicht mit den Knochenplatten der Krokodile oder mancher Fische auf der Aussenseite.

Bei der Häutung hat sich dann die Verbindung von Weichkörper und Schale gelöst. Die Verbindung von Beinmuskulatur und Aussenskelett dürfte biomechanische Gründe haben. Ohne statischen Halt, taugen Muskeln nicht viel. Bei uns ist ja auch jeder Muskel irgendwie an den Knochen angeheftet, ist da was kaputt, helfen die dicksten Muskeln nichts mehr (Stichwort Muskelabriss).
Denke bei der Anheftung von Muskeln an Schalen auch mal an die Schliessmuskeln von Muscheln, die enorme Kräfte entwickeln können.

lg,
Jens


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