Präparation von "Was ist das" - Schnittbildrätsel - 10 - gelöst: Dicranurus monstrosus |
Jens
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12.01.2012 23:52 |
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juniper
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| RE: Präparation von "Was ist das" - Schnittbildrätsel - 10 |
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Hallo zusammen!
Auch von mir ein "Frohes Neues !" in die Runde
Ich war auch länger "in der Versenkung" verschwunden (aber nicht offline...) .
Zum Querbruch: Wird sicher lustig mit der Präparation der munteren Bestachelung.
Ich würde mal auf etwas aus dem Formenkreis von Dircranurus/Koneprusia/Kettneraspis tippen.
Die haben ja im Prinzip das "gleiche Chassis" und sind im wesentlichen nur durch die Bestachelung getuned ("spine array tuning" - stelle man sich mal an ’nem Automobil vor
). Wegen der Häufigkeit schlage ich Kettneraspis vor, würde dir aber auch einen kompletten Dicranurus mit geschlossenen Wangen wünschen (das wär dann was Seltenes...). Ich weiß aber nicht, ob Dicra bei entsprechender Erhaltung auch so pieksige Axialstacheln vorweisen kann, wie hier im Querbruch zu sehen.
Herkunft: naheliegenderweise aus dem Devon von Nordafrika.
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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13.01.2012 11:28 |
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Jens
Moderator
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JAU, möchte gleich mal die lieben Grüsse zurück erwidern;-)
Ich war ja auch versenkt, allerdings eher im opulenten Weihnachtsschmaus;-) Irgendwie bin ich immer noch satt.
Deine Einschätzung des Querbruches ist richtig, aber eine Eingrenzung auf eine Gattung wäre nicht schlecht, zugegebenermassen auch nicht leicht, da die genannten Gattungen tatsächlich ähnlich aussehen.
Jedenfalls ist das richtige Stichwort schon gefallen, du musst es nur noch festpinnen. Die beiden Pipse ermöglichen die Lösung.
lg,
Jens
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13.01.2012 11:39 |
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Jens
Moderator
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Richtig
Nach guter Vorarbeit hat Mike abgestaubt, die richtige Beantwortung der Frage wird wohlwollend vermerkt;-)
Es handelt sich in der Tat um einen der seltenen und begehrten Dicranurus-Rohlinge, der schön in einem Riesenblock liegt und hoffentlich so um die 6-7cm gross wird;-)
Herkunft L'Atchana, Pragium und hier nun mal ganz gesichert: Dicranurus-Couche;-)
lg,
Jens
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13.01.2012 11:57 |
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Jens
Moderator
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Hihi, jau, war auch goldrichtig. Die Stachelanschnitte sind schon etwas gross für die Kettneraspis-Leonaspis-Schiene. Koneprusia ist im Pragium so selten und würde filigraner und mit längeren und eher einreihigen Spindelstacheln daher kommen.
Der Schnitt zeigt einen ziemlich gerade liegenden Dicranurus, der im hinteren Drittel angeschnitten ist. Da der Schnitt leicht schräg verläuft, haben wir rechts mehr Stacheln im Anschnitt als links.
Die rechte Wange ist da, habe mich da schon bis zum Kopf vorgearbeitet. Leider ist sie versackt, wie so häufig bei Dicranurus, aber Hauptsache sie ist da.
Blöderweise liegt noch ein anscheinend ganzer Reedops genau über dem Dicranurus, der wird wohl dran glauben müssen, hat sich echt nen miesen Platz ausgesucht, um sich für immer auszuruhen.
lg,
Jens
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13.01.2012 12:12 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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Huch, tatsächlich ein Dicranurus
War ja eigentlich mehr Wunschdenken - ich tippe ja eher im Sinne von Understatement, daher Kettnerasis
Chic dass es ein Dicra ist! Natürlich mit 'ner versackelten Wange, wie fast alle.
Pech für den Reedops, dass er da im Weg herumliegt.
Viel Glück+Erfolg bei der Präpp!
lg.Klaus
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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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14.01.2012 00:15 |
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Jens
Moderator
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Hi,
habe gestern noch etwas weiter gemacht, allerdings auch andere Stück. Hier jedenfalls erstmal der derzeitige Stand. Leider gibt es ne Anlösungsfläche am Frontallobus, da ging eine limonitische Kluft lang, die vieleicht mal aus Pyrit bestand, jedenfalls ist es der Grund für die zerstörte Schale dort. Ich habe sehr vorsichtig gearbeitet, aber wie so häufig in diese Gestein gibt es eben Probleme mit der Erhaltung.
Der Rest liegt günstiger, im anscheinend unverwittertem Gestein und sollte mit schöner schwarzer Färbung rauskommen.
lg,
Jens
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14.01.2012 13:01 |
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Piltonia
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Schon ein Tolles stück Jens.... Die Pustulen auf den Kopf sieht mann fast nie auf die Börsen ;)
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14.01.2012 13:22 |
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Jens
Moderator
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Hi Mark,
danke dir, ist eigentlich nicht schwierig die Pustulierung zu erhalten, man sollte halt nicht zu hart strahlen, dann ist das kein Problem. Habe das Teil hier ja auch sanft abgestrahlt, um das feine Restsediment wegzukriegen.
Werde dann wohl heute nachmittag noch etwas weiter machen. Drückt mal die Daumen, dass auch die 2. Wange da ist. Bislang sieht man sie noch nicht, hoffe aber mal das Beste.
lg,
Jens
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14.01.2012 13:27 |
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Fred
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Registration Date: 24.10.2008
Posts: 238
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Both thumbs up! I hope you find the other cheek.
Well done.
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14.01.2012 13:34 |
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Jens
Moderator
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Hi,
hab noch ein bissel weiter gemacht und gute Nachricht, die 2. Wange ist da und fast geschlossen, yeah. Sowas ist sehr selten, Glück gehabt.
Ich zeige nun auf den Bildern auch Bereiche, die gerade frisch rausgestichelt sind. Der Sedimentschleier lässt sich dann easy wegpusten.
Habe dann auch noch Bilder nach dem Waschen gemacht, die glänzen daher natürlich, aber es gibt auch nen super Kontrast.
Ein Bild ist dann auch auf den Augendeckel gerichtet, wo man dann den Strich vom Auge schon erahnen kann. Ab da wusste ich, dass die Wange dran ist.
Macht echt Laune so ein Teil zu präparieren.
lg,
Jens
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14.01.2012 19:06 |
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Jens
Moderator
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Hihi,
jau, diese Teile sind schon abgefahren und wirken wie nicht auf diese Welt gehörig;-) Wer weiss, ob nicht manche Fossilien als Inspirationsquelle für Science-Fiction-Filme gedient haben;-)
Nunja, dieser Stacheltrilo heisst ja nicht umsonst monstrosus;-)
Gehört auch nicht umsonst zu den begehrtesten Trilos überhaupt.
lg,
Jens
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14.01.2012 20:39 |
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Jens
Moderator
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Hachja,
das alte Leid, selten, teuer und dann auch noch ne hohe Fehlerquote bei den Rohlingen. Aber wen wundert es, diese Trilobiten sind gross, ziemlich stachlig, mit Stacheln in fast alle Richtungen, da können wir überhaupt glücklich sein, dass es sie überhaupt komplett gibt.
Aus Böhmen ist diese Art zuerst beschrieben worden und ich bin nicht sicher, ob sie dort jemals als ganzes Exemplar gefunden wurde;-)
Irgendwann bietet sich sicher auch dem lieben Mike die Gelegenheit einen dieser Widdertrilos zu ergattern;-)
Okay, ich war heute fleissig und habe einiges geschafft. Der linke Freiwangenstachel liegt inzwischen ebenfalls fast komplett frei, er zeigt ebenfalls eine Tuberkulierung. Das linke Nackenhorn ist angepräppt und würde durch seine schicke Krümmung sogar einen Kringelsammler entzücken (Kringel = Ammoniten;-).
Ich hatte schon erwähnt dass es sich um einen grossen Block handelt, denn ein Dicranurus braucht Platz, da die Stacheln weit ins Gestein reichen. Glücklicherweise sind alle Anschlussteine da und man kann froh sein, dass ein marokkanischer Profigräber das Teil geborgen hat.
Auf Bild 3 kann man beim Lineal bei 10,5 einen Stachelanschnitt sehen, das war der Grund das Gegenstück, was nicht gerade klein ist, mitzunehmen. Glücklicherweise, nichts ist schlimmer als ein Rohling wo was fehlt.
Ich mache erstmal die Teilstücke fertig oder zumindest soweit raus, dass ich nach dem Kleben nicht mehr allzuviel mit einem 5kg-Brocken arbeiten muss.
Der grosse Block hat aber noch einen anderen Vorteil, man kriegt ein paar Extrainfos zum Gestein und zur Sedimentationsgeschichte der Bank.
Auf Bild 4 kann man die Oberfläche der Bank sehen, auf der eine "Orthoceras"-Gehäuse liegt. Vielleicht erinnert sich jemand an den Block von Udo, wo er einen solchen Orthoceraten über einer Gruppe aus mehreren Reedopsen und einem Dicranurus präpariert hat. Hier haben wir es offensichtlch mit einem ähnlichen Fall zu tun. Die Lage mit den Orthoceraten scheint mir eine alte Schichtoberfläche zu sein, auf der sich Orthoceraten angereichert finden. Die Lage darunter ist mergelig und stark bioturbiert, die Bioturbation reicht bis zur Grenzfläche runter, also die wo auf Bild 3 das Lineal liegt. Das ist ebenfalls ne Schichtfläche. Die Würmer sind anscheinend nicht mehr stark in die kalkige Partie eingedrungen, war ihnen vielleicht zu hart.
Auf Bild 5 kann man dann sehen, dass der Dicranurus schräg zur Schichtung liegt, was auf eine Verschüttung schliessen lässt. Der momentan noch nicht präparierte rechte Wangenstachel ragt dann in den bioturbierten Bereich mit rein.
Unter dem Dicranurus ist noch eine Lage mit Trilobitenschill, weiter nach unten wird der Kalk immer massiver und die rötliche Färbung wechselt ins dunkelbraune.
nu denne, gute Nacht und schönes Wochenende,
Jens
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15.01.2012 00:50 |
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Jens
Moderator
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15.01.2012 14:25 |
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