Chatterton & Gibb 2010 - TRILOBITES FROM THE ERBENOCHILE BED |
Jens
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| Chatterton & Gibb 2010 - TRILOBITES FROM THE ERBENOCHILE BED |
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Hallo Leute,
bin gerade bei der Trilobitenbildersuche über eine mir bislang unbekannte da brandneue Trilobitenarbeit von Chatterton & Gibb 2010 gestolpert. Praktischerweise als pdf downloadbar.
Wills mal gleich verlinken.
Chatterton & Gibb 2010: LATEST EARLY TO EARLY MIDDLE DEVONIAN TRILOBITES FROM THE ERBENOCHILE BED, JBEL ISSOUMOUR, SOUTHEASTERN MOROCCO.
http://academia.edu.documents.s3.amazona...__Gibb_2010.pdf
Viele neue Arten, darunter durchaus einige in Sammlerkreisen bekannte. Super Abbildungen, gut präparierte Trilobiten, wieder viele vollständige Exemplare. Ist jedenfalls was fürs Auge.
Kritik habe ich aber auch.
Ich frage mich, wer auf den bescheuerten Namen Austerops smoothops (Chatterton et al., 2006) gekommen ist. Als ich den das erste mal gelesen hatte, dachte ich es wäre ein Schreibfehler. Smoothops als Artname widerspricht allen Nomenklaturregeln die ich kenne.
z.B.
http://www.nhm.ac.uk/hosted-sites/iczn/c...=appendixB&nfv=
"Recommendation 11A. Use of vernacular names. An unmodified vernacular word should not be used as a scientific name. Appropriate latinization is the preferred means of formation of names from vernacular words."
http://www.nhm.ac.uk/hosted-sites/iczn/code/
smooth is not latin.
Aber Amis scheren sich anscheinend nicht um Regeln, dazu gehört die Verwendung der lateinischen Sprache bzw. die Latinisierung bei der Namensgebung. Ich muß mich mal umhören, ob man den Artnamen nicht einziehen bzw. emeditieren muß, smoothops ist einfach unmöglich. Man darf nunmal nicht englisch in Gattungs oder Artnamen schreiben, auch wenn man keine andere Sprache beherrschen sollte, grummel und zudem hat Austerops ein Geschlecht nachdem sich ein Artname zu richten hat und dieser kann somit nie, ich wiederhole NIE auf s alleine enden und auch nicht so klingen als wäre es ne Gattung.
http://iczn.org/category/faqs/frequently...-i-get-it-named
lg,
Jens
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21.12.2010 01:22 |
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Andries
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Registration Date: 30.01.2007
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Tja, die Amis scheren sich nicht immer um Kleinigkeiten. :rolleyes:
Was nicht passt wird passend gemacht.
Es wundert mich, dass sowas nicht bei einem Review aufgefallen ist, wie sagt man doch so schön "shit happens".
Jetzt aber genug und gleich mal reinschauen.
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21.12.2010 09:23 |
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Jens
Moderator
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Hallo Leutings,
auch wenn ich rumgemosert habe, lese ich gerade den oben verlinkten Artikel mit Begeisterung, hatte gerade Pause auf Arbeit;-)
Ich denke mal, die Infos schliessen eine Wissenslücke und räumen mit ein paar als sicher gedachten Vorurteilen auf, z.B. Hollardops und Walliserops nur im Oberems, mitnichten, sie reichen weit ins Eifelium rein. Spannend ist die neue Art Walliserops lindoei Chatterton & Gibbs 2010, aus dem Erbenochile-Horizont. Somit erhöht sich die Zahl der bekannten Walli-Arten auf 4, aber dass sind noch nicht alle, gibt noch mindestens 1-2 mehr;-)
Von der neuen Erbenochile-At habe ich in Marokko schon vor Jahren gehört, also 2005, aber da gab es noch kein ordentlich präpariertes Material, da das Gestein schwierig zu preppen ist. Ziemlich sparitisch, hatte mal nen Rohling gesehen, aber wegen dem Preis und des nicht gerade hoffnungsvollen Bruches vom Kauf abgesehen. Jedenfalls zeigt diese neue Arbeit, dass aus dem Material einiges herauszuholen ist.
Nur Austerops smootops ist mir auf die Galle geschlagen. Über Oysterops will ich ja nicht rummeckern, ist halt Zufall, dass das deutsche Wort Auster was anderes bedeutet als im englischen. Warum auch immer sie die Gattung so benannt haben, muss wohl mal versuchen an das Paper zu kommen.
Interessant finde ich auch, dass Chatterton und Gibbs weiterhin Acanthopyge (Lobopyge) verwenden und ihnen die Substitution von Lobopyge durch Belenopyge entgangen ist. Leider ist der Name Lobopyge präokupiert und somit Lobopyge als Trilobitenname ungültig. Richtig wurde es von Viersen & Prescher und auch im kürzlich erschienenen "Back to the Past Museum"-Buch gemacht. Auch wenn man Lobopyge nur ungern aufgibt, die Nomenklatur ist unerbittlich, also Belenopyge anstelle von Lobopyge verwenden.
Hier mal ein Auszug aus dem entsprechenden Paper von Özdikmen 2009:
http://www.munisentzool.org/yayin/vol4/issue1/155-171.pdf
"Family LICHIDAE
Genus BELENOPYGE Pek & Vanek, 1991 substitute name
Lobopyge Pribyl & Erben, 1952. Paläont. Z., 26, (3-4), 158. (Trilobita: Lichida: Lichina:
Lichoidea: Lichidae). Preoccupied by Lobopyge Attems, 1951. Rev. Zool. Bot. afr., 44, 391.
(Diplopoda: Polydesmida: Polydesmidea: Pyrgodesmidae).
Remarks: Firstly, the genus Lobopyge was established by Attems, 1951 for a
millipede genus with the type species Lobopyge papillata Attems, 1951. It is still
used as a valid genus name (Jeekel, 1971). Later, the generic name Lobopyge was
proposed by Pribyl & Erben, 1952 for a trilobite with the type species Lichas
branikensis Barrande, 1872 from Dvorce-Prokop Fm, Czech Republic. It is a valid
genus name (Jell & Adrain, 2003). However, the name Lobopyge Pribyl & Erben,
1952 is invalid under the law of homonymy, being a junior homonym of Lobopyge
Attems, 1951. Lobopyge Pribyl & Erben, 1952 has a junior subjective synonym as
Belenopyge Pek & Vanek, 1991(with the type species Lichas balliviani Kozlowski,
1923 from Belén Fm, Bolivia). It was synonymized by Ebach & Ahyong (2001). So
_____________Mun. Ent. Zool. Vol. 4, No. 1, January 2009__________ 159
I propose to substitute the junior homonym name Lobopyge Pribyl & Erben, 1952
for the name Belenopyge Pek & Van, 1991."
Das die marokkanische Lobopyge, äh Belenopyge neu ist, überrascht natürlich nicht allzu sehr.
lg,
Jens
PS: Sorry, wenn das übliche Ami-Bashing auch ein paar Kanadier und Engländer erwischt hat, aber bei der Namensgebung gibt es Regeln, über die man sich nich einfach hinwegsetzen kann.
Edit: In einer ersten Version hatte ich zu Lobopyge und Belenopyge noch was anderes geschrieben. Hatte selbst vergessen, dass Lobopyge ungültig ist.
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21.12.2010 10:33 |
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Andries
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Hi Jens,
ich habe vorhin auch ein wenig in den Paper gelesen und dabei zeigte sich, dass der Name Austerops smoothops eine zwangsläufige Namensgebung war.
2006 wurde er als Phacops smoothops beschrieben.
2009 definierten sie die Gattung Austerops.
2010 die in 2006 benannte Phacopidenart gehörte zu der Gattung Austerops und heisst nun folglich Austerops smoothops.
Hier der Werdegang der Namesgebung, unter Verwendung der richtige Namensgebungauthoren-Angabe. Beachtet die Klammern.
Phacops smoothops Chatterton et al., 2006
Genus AUSTEROPS McKellar and Chatterton, 2009
AUSTEROPS SMOOTHOPS (Chatterton et al., 2006)
Die Klammern bedeutet soviel wie: Chatterton et al. (et al. = und weitere (Co-)Authoren) haben die Art in ihre Arbeit 2006 zum erstenmal die neue Art aufgestellt/erkannt und beschrieben, unter einer alten nicht mehr aktuellen Name.
Die Klammer-Geschichte habe ich auch erst seit 8 Monate verstanden. ;)
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21.12.2010 11:43 |
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Jens
Moderator
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Hi Andries,
jup, dass wusste ich schon und hätte eigentlich bei Chatterton et al. 2006 schon aufschreien müssen. Jedenfalls fiel mir das mit dem smoothops gestern nochmal auf, nachdem mir der Name schon vorher auf den Geist gegangen ist ;-)
smoothops bedeutet Glattauge, aber man verwendet keine Substantive als Artnamen, Ausnahmen sind Personennamen und Ortsnamen. Richtig wäre also das Adjektiv glattäugig, was sich doch sicher auch lateinisch ausdrücken lässt. ops ist immerhin griechisch, was ja okay ist. Glatt kann man mit dem lateinischen levis übersetzen -> "levisopsis" wäre eine deutlich gelungenere Namensgebung.
lg,
Jens
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21.12.2010 12:14 |
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Andries
Inner Circle

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levisopsis wäre keine schlechte Wahl gewesen, aber für ein nicht lateiner habe ich mich an smoothops gewöhnt.
Ich dachte immer smoothops wäre von smooth abgeleitet und wurde die "glatte/weiche" Glabella bezeichnen.
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21.12.2010 12:19 |
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Jens
Moderator
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Ich hatte auch kein lateinisch, aber in Zeiten von Onlinedictionairies sollte sowas doch kein Problem sein. Ist schon seltsam, die Leute sind schon so lange im taxonomischen Geschäft und haben offensichtlich nicht die Grundregeln taxonomischer Namensgebung gelernt. Verstehe ich echt nicht, es geht doch darum, dass auch andere Wissenschaftler was mit dem Namen anfangen können. Ansonsten fangen die Chinesen an und benennen ihre Arten wie sie wollen.
Spezielle Wörter der einheimischen Sprache, die etwas besser oder klarer erläutern als das lateinische sind ja erlaubt, sie müssen nur lateinisiert werden.
Ebenfalls ein Verstoss bei der Namensgebung ist Hollardops burtandmimiae. Völliger Blödsinn. Der Name geht auf Liebermann & Kloc zurück und es gibt gleich 2 Verstösse gehen die Regeln. Burt und Mimi sind die Vornamen der Eltern von einem der beiden Autoren. Dass ist erlaubt, and um die Namen zu verbinden dagegen nicht, und ae bezieht sich nur auf Mimi und vermeidet den fälligen Plural.
Hier die Regel -> Gender ending (-ae for a woman, -i for a man, –arum for more than one woman, -orum for a group of more than one man or a mixed group). Alles klar;-) Korrekter Name wäre burtetmimiorum
Durch solche Schnitzer diskreditiert man sich als Wissenschaftler und wem solche Fehler unterlaufen, dessen Arbeit wird von mir von vornherein kritisch gesehen.
Übrigens die Taxonomen haben durchaus auch Humor, wie folgender Beitrag, kopiert von http://iczn.org/category/faqs/frequently...-i-get-it-named zeigt:
"Adjectives based on the endings –anus/ -ana/ -anum or –ianus/ -iana/ -ianum are not recommended because they can sound rude, for example using the surname Bush could result in bushianus. Do not use a name which may cause offence (Appendix A); it is advisable to check with the person after whom the new species is being named that they are happy for their name to be used. Care should be taken because incorrectly formed names cannot always be changed afterwards (Articles 32, 34)."
Wieso wählt man den Nachnamen Bush um zu demonstrieren, dass er ein Arschloch ist. ;-)
Der letzte Satz zeigt auch, dass es nicht so einfach ist, falsch gewählte Namen im nachhinnein zu ändern.
lg,
Jens
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21.12.2010 14:16 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
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Wer sagt den, dass Wissenschaftler auch keinen Humor haben.
Ausserdem war ich schon immer für freie Meinungsäusserung. =)
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21.12.2010 17:30 |
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Löwe4
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Original von Jens
Hi Andries,
smoothops bedeutet Glattauge, aber man verwendet keine Substantive als Artnamen, Ausnahmen sind Personennamen und Ortsnamen. Richtig wäre also das Adjektiv glattäugig, was sich doch sicher auch lateinisch ausdrücken lässt. ops ist immerhin griechisch, was ja okay ist. Glatt kann man mit dem lateinischen levis übersetzen -> "levisopsis" wäre eine deutlich gelungenere Namensgebung.
lg,
Jens |
Bin etwas spät auf diesen Bericht gestossen.
Nun, da "ops" griechisch ist, sollte auch "glatt" griechisch" sein. Glatt heisst "leios, leia, leion" (z.B. bei Leioceras opalinum). Da opsis (nicht Auge heisst, sondern das Sehen, Aussehen, Gesicht; Ophthalmos heisst Auge) wäre Leia(n)ops korrekter.
Gruss
Louis
Übrigens besten Dank für den Hinweis auf das neuste Chatterton-Paper.
This post has been edited 1 time(s), it was last edited by Löwe4: 25.12.2010 17:27.
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25.12.2010 17:24 |
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Andries
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Hi Mike,
hast Du noch eine Ausgabe übrig bzw. zuviel bestellt?
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22.02.2011 14:13 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
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Hallo,
falls jemand lust hat, dann könnte ich eine Sammelbestellung machen.
Einfach kurz melden.
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23.02.2011 13:11 |
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Andries
Inner Circle

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Ich hasse das..... :(
Und bei einen Preis von 48$, ist man schon über die 30€ freigrenze hinaus.
Das nervt......
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23.02.2011 13:27 |
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