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Zum Ende der Seite springen Häutung bei Trilobiten - molting in trilobites
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Jens Jens ist männlich
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Häutung bei Trilobiten - molting in trilobites Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo allerseits,

ich habe mal versucht mit der Suchfunktion einen Thread zu diesem Thema zu finden, aber anscheinend haben wir es bislang noch gar nicht speziell besprochen.

Es finden sich zwar dutzende Einträge wo Häutung oder molting erwähnt wird, aber eben kein Beitrag worin die Informationen gesammelt wurden.

Kurz vorweg ein paar einleitende Worte. Trilobiten haben sich wie alle Arthropoden in gewissen Abständen häuten müssen, um wachsen zu können. Im Jugendalter ist dies häufiger passiert als später im ausgewachsenen Alter, müsste eigentlich eine logarithmische Wachstumskurve sein.

Ich gebe mal ein paar Links zum Thema:

http://www.trilobites.info/sutures.htm
und klaue mal Sam Gong zwei Bildlein, in dem er den Beweis für eine Häutungssequenz bei Pseudogigytes latimarginalis aus dem Ordovizium von Kanada (Ontario) nach Ludvigsen 1979a,b vorstellt.



Ludvigsen, Rolf. 1979a. The Ordovician trilobite Pseudogygites Kobayashi in eastern and arctic North America. - Royal Ontario Museum Life Sciences Contributions 120, 41 p.
Ludvigsen, Rolf. 1979b. Fossils of Ontario. Part 1: The Trilobites. - Royal Ontario Museum Life Sciences miscellaneous Publications, 96 p.

Ich habe gestern aber auch bei der Suche nach was anderem einen Abstrakt zu einem Paper gefunden, in dem es um Häutung bei Trilobiten geht.


Rustán, J.J., Balseiro, D., Waisfeld, B., Foglia, R.D. & Vaccari, N.E. (2011): Infaunal molting in Trilobita and escalatory responses against predation. - Geology, 39 (5): 495-498.

Abstract

The outstanding fossil record of trilobites contrasts with our limited knowledge of their lifestyles and strategies. Aspects such as infaunalism and behavioral defensive skills in this group have yet to be demonstrated conclusively. We report new insights based on a striking sclerite configuration exhibited by three phacopid trilobite species, part of a late Silurian–Early Devonian Paciphacops (Paciphacops) Maksimova, 1972, lineage. An unusual molt pattern provides compelling evidence of infaunal behavior, which accounts for a hiding, antipredatory adaptation. In addition, strengthening of the exoskeleton and acquisition of spines indicate an evolutionary trend toward morphological defensive strategies. Both trends in active and passive traits are considered escalatory in nature, thus providing unequivocal support for understanding the ecological role of trilobites as a main prey group in the context of the global diversification of predators recorded during middle Paleozoic time.

Dieser Artikel zeigt, dass bislang eigentlich nur sehr wenig über (Häutungs-)-Verhalten und Uberlebensstrategien bei Trilobiten bekannt ist. Erstmal lese ich etwas über infaunales Häuten bei Phacopiden aus der Paciphacops-Gruppe. Schade dass mir der Artikel nicht vorliegt, wäre sicher sehr interessant. Wir kennen ja die Salter'sche Einbettung mit dem Kopfschild nach unten orientiert, daher wäre es spannend zu sehen, wie dies bei Paciphacops gewesen ist.

Das Verstecken eine Strategie bei der Häutung gewesen ist, kann durch Funde von artikulierten Häutungsresten in Nautilidenwohnkammern belegt werden. Dafür gibt es im Ordoviz und Silur viele Hinweise in der Literatur und auch aus eigener Sammelpraxis.

Prof. Seilacher hat für diese Strategie bzw. das Nautilidenwohnkammer-Versteck den treffenden Begriff "Umkleidekabine" geprägt.

Wir haben in anderen Threads ja auch schon angesprochen, dass es bei unterschiedlichen Gruppen unterschiedliche Häutungspositionen gibt. Denke wir sollten diese Infos in diesem Thread dann Verlinken. Bislang sind ja noch nicht alle diese Beispiel fertig präpariert, aber wenn es denn soweit ist unbedingt hier verlinken oder separat mit Bild vorstellen.

lg,
Jens
15.04.2012 14:08 Jens ist offline E-Mail an Jens senden Homepage von Jens Beiträge von Jens suchen Nehmen Sie Jens in Ihre Freundesliste auf
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Vielen Dank, Jens! Augenroller Häutung ist in der Tat ein extrem interessantes Thema und sicher nicht ganz so einfach wie man es gelegentlich liest.

Ich kann mir vorstellen daß die Häutung ein extrem komplexer Vorgang ist bei einem so mit Extremitäten ausgestatteten Tier.

Ich habe mir bisweilen die Frage gestellt, was denn eigentlich mit den Teilen passierte, die nicht aus dem harten Kalzit bestanden, sprich die "Weichteile" .... wurde nur der Kalzitpanzer abgeworfen oder auch das organische Material der biramen Beine ....!?

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15.04.2012 18:50 Xiphogonium ist offline E-Mail an Xiphogonium senden Homepage von Xiphogonium Beiträge von Xiphogonium suchen Nehmen Sie Xiphogonium in Ihre Freundesliste auf YIM-Name von Xiphogonium: xiphogonium
Jens Jens ist männlich
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Hi Mike,

mmh, interessante Frage. Wenn man das Analogon Krebs nimmt, dann häuten sich die Tiere komplett und es bleibt eine leere Hülle zurück. Beispielsweise sind viele Krebse in den Solnhofener Plattenkalken Häutungshemden.

Wie das nun mit den Trilobiten war, tja, logischerweise müssen sie sich auch ihrer organischen Hülle entledigen, denn ansonsten dürfte es mit dem Wachsen ja schwierig werden. Also gehe ich mal davon aus, dass es eine Häutungsnaht gab, die Aufplatze und wo dann der Trilobit an der Unterseite seine Beine rausziehen konnte.

Sicher keine einfache Unternehmung, aber irgenwie kriegen es ja die Gliederfüsser seit Jahrmillionen hin. Spannend wäre es mal zu sehen, wie die Häutung beim Limulus abläuft.

lg,
Jens
15.04.2012 20:25 Jens ist offline E-Mail an Jens senden Homepage von Jens Beiträge von Jens suchen Nehmen Sie Jens in Ihre Freundesliste auf
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