Bundenbach, Deutschland |
Schachtratte
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Registration Date: 27.01.2007
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Geile Teile! Finde ich superklasse!!
__________________ Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Der Idealismus wächst mit der Entfernung zum Problem!
"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
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09.07.2008 19:39 |
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andrue unregistered
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hallo Rudolf,
habe ich es richtig verstanden,liegen die jetzt in Mainz?
viele Grüße
Andreas
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09.07.2008 20:16 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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Hi Andreas
...so ist es, die Stücke befinden sich im NHM Mainz.
Ich selbst hatte sie (kurz bevor sie abgeholt wurden) selbst in Händen halten können.
Ist was Feines, wenn man Museumsstücken höchstselbst mit dem lupenbewaffneten Auge zuleibe rücken kann
Die Bilder sind sehr naturgetreu, vermitteln aber nicht die tatsächliche Größe (bzw. Kleinheit) der Trilobiten. Sie sind allerdings deutlich größer und eklatant besser erhalten als die Stücke, die W. Südkamp in seinem Bericht in Fossilien vorstellen konnte.
Bleibt zu hoffen, daß es mal eine gültige wissenschaftliche Aufarbeitung geben wird. Mein Namensvorschlag (heute kreativ :tongue: ) Kettneraspis eschenbachensis.
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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09.07.2008 21:52 |
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Rudolf
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Registration Date: 29.01.2007
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Lieber klaus dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben.
1.Soweit mir bekannt gibt es zur Zeit niemanden der das Material aus Bundenbach bearbeiten will.
2. Es wird für einen großen Teil der Bundenbachfossilien eine offene Nomenklatur angestrebt da durch die Schieferung eine entgültige Artzuweisung sehr schwierig wenn nicht gar unmöglich ist.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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09.07.2008 22:01 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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Hi Rudolf
Ich gebe freiweg zu, daß ich das biologische Namenskonzept dem chronostratigraphischen eindeutig vorziehe.
Aufgrund der Schlagmichtotunverwechselbarkeit des Bundenbach-Materials dürfte es aber keinerlei Mut erfordern, einen solchen lokalitätsgebundenen Trilobitennamen valide aufzustellen. Er muß halt ICZN-konform sein (das gilt insbesondere für das Papier, in dem die Erstbeschreibung veröffentlicht wird).
Für uns Hobbyisten bleibt solch Procedere freilich Utopie =)
Vielleicht sollte der Name etwas offener formuliert sein, eher Richtung Kettneraspis bundenbachensis. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Stücke aus der Eschenbach-Bocksberg stammen, ist zwar sehr hoch, exakt weiß ich es jedoch nicht. Der Werdegang war aber vom Präparator dokumentiert. Und: Noch gibt es altgediente Schieferspalter, die den Schiefer auch nachträglich noch den verschiedenen Gruben, bisweilen sogar bestimmten Lagen zuordnen können - die könnte man im Zweifelsfalle fragen :)
Die Trilos sind ja auch aussagekräftige Fossilien und keine Jammerkrümel (wobei die Hardcoresammler latürnich jeden Jammerkrümel mit Kußhand nehmen täten :tongue: ).
Da aber kaum einer von uns in die Verlegenheit kommen dürfte, solche Bundenbachtrilobiten akkurat in seiner Sammlungsliste eintragen zu müssen, kann die Namensgebung natürlich auch "offen" gehalten werden.
Ich persönlich halte mich mit meiner Meinung zur (mutigen) Zergliederung der bundenbacher Phacopiden in zahlreiche Unterarten lieber bedeckt, bis ich mal die Originalarbeit gelesen habe. Nach dem, was ich bislang recherchieren konnte, ist es aber so, daß sich Struve eine Menge Gedanken gemacht hat, nach einbettungs-/erhaltungsqualitäts-unabhängigen Kriterien zu suchen, um an jenen Eigenschaften die Aufstellung der Unterarten festzumachen.
Was mir derzeit noch immer ein Rätsel ist, ist die Umbenennung in Chotecops (dies, wie ich weiß, in Rücksprache mit tschechischen Spezialisten), da die mutmaßlich namensgebende Schicht (Choteé-Fm., Eifelium) jünger ist als der Hunsrückschiefer (Unteremsium).
Vielleicht sehe ich da aber auch nur Zusammenhänge wo keine sind :P
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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09.07.2008 22:40 |
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Rudolf
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Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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Lieber Klaus,
diese Umbenennung ist den meisten ein Rätsel. Ob die Platten mit den kleinen Lichiden jetzt aus dem Eschenbacher oder aus dem Wingertshellerschiefer sind ist mir nicht bekannt. Die Platten muß man in der Hand haben um dazu eine Aussage zu machen. Der Wingertsheller greift sich speckiger.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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10.07.2008 08:46 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
Herkunft: Aschaffenburg
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Hi Rudolf
Danke für die Info.
Bei der Beurteilung der Schiefer muß man wirklich an alles denken - Krappstein, Plattenstein, sandig, schluffig, Querbruch, Spaltoberfläche, Anteil an fremden Beimengungen (Einschaltung/Übergangslage zur Grauwacke), Bitumengehalt (speckig/wasserabweisend), wahrscheinlich hat manche Lage im bergfrischen Zustand sogar einen typischen Geruch...
Ich dachte eigentlich weniger an die Lage, sondern ganz trivial an den Steinbruch an sich. Im Raum Bundenbach gibts ja mehr Löcher im Boden, aus denen Dachschiefer gefördert wurde. Nicht wenige berühmte „Bundenbacher” sind in Bundenbach ja nie oder nur extrem selten gefunden worden (das ist beim „Solnhofener” Plattenkalk nicht anders).
Spannend :)
Die Zuordnung, aus welchem Plattenstein diese Kettners kommen, dürfte möglich sein bzw. ist im Museumsarchiv bereits vermerkt. Da Bundenbachmaterial tendenziell nicht horizontiert gesammelt/geborgen wurde, lassen sich nur begrenzt Rückschlüsse auf eine womöglich unterschiedliche Faunenzusammensetzung des Lebensbereichs während der beiden auffälligsten Ablagerungsphasen ziehen (Wingertsheller Lager, Eschenbacher Lager. Was ist nochmal der „Hans”-Plattenstein? ich glaube das Wingertsheller Lager).
Aus Gemünden war bekannt, daß Chotecops und Asteropyge nicht in gleichen Fundnestern auftraten.
Wegen der extremen Verwerfung der Schichten, und erst recht aus Zeiten des Untertagebau, war eine horizontierte Aufsammlung der Fossilien sowieso ausgeschlossen. Die Gesteine liegen ja wie ein zusammengeschobener Teppich, den man von der Seite sieht.
Die „Horizonte” stehen bisweilen senkrecht
, sie sind großmaßstäblich wellenförmig und reichen in die Tiefe des Berges.
Immerhin kann man davon ausgehen, daß die Lebensbereiche und Faunengemeinschaften über längere Zeiträume unverändert existiert haben. Das Material zeigt auch keine signifikante „Drift” der Körperformen innerhalb einer Art (anders als beim Ammoniten-Chaos im Jura, wo im Prinzip gar keine Artzuweisung aus dem Fossil gelesen werden kann. Die Benennung beruht fast ausschließlich auf stratigraphischen Merkmalen der Fossilien).
Wegen der Homogenität der Schiefer gehe ich davon aus, daß auch die Lebensbedingungen damals weiträumig sehr ähnlich waren. Es handelt sich ja nicht um ein „Totenlager”, sondern die Einbettungszone war ein besiedelter Lebensraum mit für die Bewohner günstigen Bedingungen (im Unterschied zu Solnhofen).
Bestimmte Fundhäufungen (zum Beispiel Sonnensterne im Rosengarten) dokumentieren wohl eher zufällige Nischen, die sich wahrscheinlich öfter wiederholen würden, wenn der Schiefer nicht nur punktuell (wie Nadelstiche im Berg) sondern weiträumig aufgeschlossen und einer solchen Analyse zugänglich wäre. Weil dies aber nur an den Lokalitäten mit industriellem Bergbau möglich ist, bleiben weitere Untersuchungen leider unmöglich. Oberflächennahe (natürliche) Aufschlüsse liefern ja nicht nur unbrauchbaren Schiefer, sondern dummerweise auch keine Fossilien, da diese im Verwitterungseinfluß binnen weniger Jahre zerstört werden. Deswegen sind „mit Fossilien verunreinigte“ Schieferplatten nicht zum Dachdecken geeignet, weil die Platten durchs Fossil geschwächt sind und sich an dieser Stelle zersetzen...
Chotecops
Noch immer ohne Kenntnis der Originalarbeit von Struve, habe ich bisher nur einen einzigen Hinweis auf die Kriterien gefunden, die ihn zur Umbenennung von Phacops zu Chotecops bewogen haben (Südkamp: „wegen des bis an die Wangenecken gerändelten CEPH (...)” aus: Fossilien, 3/2008, Seite 161).
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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10.07.2008 12:54 |
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Rudolf
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Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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Der Hans gehört meines Wissens in das Eschenbacher Lager.
Mir sind 2 Platten aus Dem Eschenbacher bekannt auf denen Chotecops und Asteropyge gemeinsam vorkommen.
Wenn eine Dachplatte mit Fossil verunreinigt war wurde sie (das Fossil liegt in der Schieferung) als Antikschiefer verkauft. Wenn das Fossil schräg zur Schieferung liegt (was nicht selten der Fall ist) war die Platte nicht zu verwerten da die Platte durch das Fossil eine Sollbruchstelle hatte und auch durch Verwitterung undicht werden konnte.
In Bundenbach kommt im Bezug auf die Ablageung der Fossilien alles vor. Es gibt Konservathorizonte ebenso Verschütungen sowie Toteinbettungen im aneroben Bereich. Da für die Forschung so wie es aussieht das Geld ausgegangen ist werden wir da sehr wahrscheinlich keine Lösung der Bundenbacher Rätsel erleben.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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11.07.2008 07:42 |
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andrue unregistered
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hallo ihr beiden,
wie schaut es denn in "Bundenbach" ( damit meine ich Synonymisiert alle Dachschiefer in der Region) in Sachen Stratigraphie aus?
Das was beim Spalten einer Bundenbach Platte als "Schicht" offenliegt,ist doch keine Schicht im stratigraphischen Sinne,oder? kann man überhaupt die stratigraphischen Beziehungen der verschiedenen Dachschiefervorkommen korrelieren?
spannendes Thema
viele Grüße
Andreas
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11.07.2008 10:30 |
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Rudolf
Inner Circle

Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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Lieber Andreas ,
die genaue Stratigraphie sollte im Projekt Nahecarie mit geklärt werden scheint aber wegen Geldmangel im Sande verlaufen zu sein.
Soweit mit bekannt gilt nach wie vor Emsium bzw oberes Siegen.Mir sind keine neueren Arbeiten bekannt.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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11.07.2008 17:27 |
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Andries
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Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Hi Rudolf,
ein sehr nettes Hypostom. Meine Trilobiten die ich habe, haben alle ein "durchstrahlten" oder eingesackten Hypostom.
Interessant, dass sie auch so gut erhalten sein können.
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05.05.2011 16:01 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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Herkunft: Aschaffenburg
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Wie schon im Thread von Jens' Hollardops-Präparation angekündigt, hier ein paar Bilder eines "gelochten" Chotecops aus Bundenbach.
Typisch sind die Erhaltungseigenschaften: einige Partien des Exoskelettes sind detailreich überliefert, z.T. auch pyritisiert, andere Bereiche sind fast völlig aufgelöst und nur noch durch Konturen präsent (dieses Phänomen kann man an Bundenbacher Trilos häufig beobachten).
Im Trilo sitzt eine Phosphatknolle, deren Härte die völlige Plättung während der Diagenese gemindert hat. Auf der Rückseite des Steins ist die andere Körperseite des Trilos zu erkennen.
Das Fossil ist aus dem Vollen freigelegt, zeigt also keinerlei Vorschäden durch "Alt-Präparation".
Bemerkenswert ist das Loch in der Glabella, das weich umrandet erscheint, so als wäre es eingesunken oder hätte begonnen schon wieder zuzuwachsen.
Leider ist die diagenetische Verformung so stark, dass man keine eindeutige Aussage treffen kann. Der derzeitigen Kenntnis von der inneren Anatomie der Trilos folgend müsste eine solche Verletzung der Glabella in jedem Fall letal ausgegangen sein, sodass eine Regeneration eigentlich auszuschließen ist.
Man kann nicht feststellen, ob es sich um ein Häutungshemd oder um ein komplettes Tier handelt. Weil die Bildung der phosphatischen Verhärtung aber durch das Vorhandensein organischer Reste angeregt wurde, kann man das als Hinweis auf einen kompletten Trilo werten.
Die starke Anlösung der Schale könnte durch eine gewisse "Liegezeit" vor der Einbettung erklärt werden. Damit wäre auch eine postmortale Entstehung des Loches möglich, z.B. durch Resteverwerter.
So bleiben mehrere Deutungsmöglichkeiten: Eine letale Verletzung durch Beutegreifer, oder eine postmortale Entstehung durch Verwertung des toten Körpers.
Predationsspuren an fossil gewordenen Lebewesen sind im Bundenbacher Schiefer durchaus zu beobachten, jedoch nicht häufig.
lg.Klaus
juniper has attached these images (downsized versions):
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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17.08.2011 22:07 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Hi Klaus,
tolles Stück. Mir fällt gerade etwas auf und zwar wenn man sich die angelösten Bereiche der Pleuren ansieht, so liegt das Loch in der Glabella ziemlich genau auf einer Linie. Ich würde das Ganze durch Lösung erklären wollen, wobei saures H2S-reiches Bodenwasser nach den nach einer Verschüttung in Seitenlage eingebetteten Trilo die aus dem Sediment herausschauende Partie angelöst hat. Der Rest ist gut bis super erhalten, nur exponierte Bereiche waren nicht geschützt und sind daher schlechter erhalten.
Zudem kann man sehen, dass dein Chotecops keine Scleren hat, die die Linsen umgeben, also nicht ein direkter Verwandter von Phacops sein kann;-)
lg und danke fürs Einstellen,
Jens
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17.08.2011 22:26 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
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Hi Jens
Interessante Beobachtung. Mir wäre das Loch aber zu "sauber" bzw. randscharf (es hat sogar eine Aufwölbung am Rand zur Glabelladeckfläche, was ziemlich schwierig zu fotographieren ist), als dass ich es auf Anlösung zurückführen möchte.
Aber die Überlegung zu diagenetischen Effekten ist allemal gleichberechtigt zu den sich am "Offensichtlichen" orientierenden Deutungsversuchen.
Vielleicht fällt Rudolf als altem Bundenbachier noch was dazu ein. In meinem Kreis hat jedenfalls noch keiner so ein Loch im Trilo gesehen.
Solltest du zur GeoFa nach München kommen, kann ich dir gern das Original mitbringen. Der Trilo verdirbt ja nicht ;)
lg.Klaus
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17.08.2011 23:22 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
Posts: 2,167
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Mmh, ich schaue gerade mal genau hin und es sieht so aus, als ob da noch Schale im Loch wäre. Was ist, wenn es einfach ne pathologische Delle und kein echtes Loch wäre. Kleine Dellen, lustigerweise sogar dreieckig kenne ich auch aus dem Ordovizium.
Die Delle passt auch nicht so recht zur diagenetischen Deutung, da sonst das Auge stärker in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. (Puh, deutsche Grammatik, oO).
lg,
Jens
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17.08.2011 23:36 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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Herkunft: Aschaffenburg
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Ja stimmt, 'ne pathologische Delle könnte es auch sein.Ich hab sogar mal an so etwas wie ein Geschwür oder Krebserkrankung gedacht (können Krebse Krebs bekommen?).
Jedenfalls ist es ein interpretationsfreudiges Kerlchen. Ich weiß nicht, was wir während unserer kleinen Diskussion auf der Petrefakta-Empore noch alles in Betracht gezogen haben. Ursächlich hatte ich auf (beginnende) Wundheilung gehofft, aber das ist bei diesem Material reine Spekulation. Man muss bei der Interpretation von Bundenbachfossilien einfach sehr vorsichtig sein.
Wenn man auf zu Großes hofft, halten sie einen zum Narren =)
lg.Klaus
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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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18.08.2011 00:01 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Hihi, das könnte passieren. Schade dass die Schalenerhaltung nicht besser ist, aber ich schätze mal dass die Deutung als pathologische Delle (das wäre dann schon verheilt), da ohne Bruch, wohl die mir einleuchtendste Erklärung wäre. Irgendwie sieht es zu regelmässig aus.
Ein Deutung durch ein rundes auflagerndes Objekt was wärend der Diagenese und späterer Schieferung eingedrückt wurde, aber nicht erhalten blieb, habe ich verworfen. Ich denke mal, da ist Schale in der Delle, aber warum auch eine Furche, mmh. Muss nochmal schauen;-)
lg,
Jens
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18.08.2011 00:06 |
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juniper
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Registration Date: 26.01.2007
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27.08.2011 01:17 |
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