Lebendbesiedelung / Bewuchs bei Trilobiten |
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| Lebendbesiedelung / Bewuchs bei Trilobiten |
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Ich mache das Thema mal vorerst hier auf da es ja auch eigentlich direkt nichts mit Morphologie zu tun hat.
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14.07.2008 10:11 |
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Diacanthaspis
Moderator

Registration Date: 13.02.2007
Posts: 294
Thread Starter
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| RE: Lebendbesiedelung / Bewuchs bei Trilobiten |
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Hier nochmal die Zitate
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Original von Schachtratte
Ja, ich denke auch, das die Terassierung etwas mit Dreckleitung beim Wühlen zu tungehabt haben könnte. Diese Sache sollt man mal weiter verfolgen.
Was ich bei Drotops armatus schon einmal festgestellt habe, ist die Tatsache, dass sie relativ häufig mit Korallen bewachsen sein zu scheinen. Leider fallen diese bei der Präp imme in die Kollekte, wie Andreas es immes so schön beschreibt. Beobachtet habe ich dies immer bei besonders großen Exemplaren. Ich halte das nicht für eine post-mortem-Bewuchs, sondern für Lebendbesiedelung. |
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Original von Rudolf
In Bundenbach ist der Bewuchs von Mimetaster mit Schwämmen auf einer Platte mit über 20 Mimetaster nachgewiesen.Die Schwämme waren in den oberen Stacheln befestigt.Dieser Bewuchs ist mit Sicherheit im lebenden Zustand erfolgt. Wieso sollte das nicht auch bei unseren Trilos möglich sein.
Viele liebe Grüße
Rudolf großes Grinsen
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14.07.2008 10:17 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Ich denke schon, dass Lebendbesiedelung bei einigen Formen durchaus "gewollt" war, wie z.B. bei heutigen Seespinnen.
__________________ Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Der Idealismus wächst mit der Entfernung zum Problem!
"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
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14.07.2008 22:24 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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mit sicherheit, nur sowas nach zuweisen.
Daran scheitert es in der Regel.
Wenn ich es morgen nicht vergesse und zeit habe, versuche ich mal was zu fotographieren, dann könnt ihr beurteilen, was es ist. :o)
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14.07.2008 23:29 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
Herkunft: Aschaffenburg
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Rudolf hat es schon genannt: Aus Bundenbach kennt man urtümliche Arthropoden, die sich zu Lebzeiten mit allerlei Bewuchs behängt haben.
Hier mal zur Bebilderung meine Platte mit 6 Exemplaren von Mimetaster hexagonalis (GÜRICH, 1931). Die Schieferplatte ist 168 x 82 mm groß.
Die Dreiergruppe links ist schwer zu dechiffrieren: ganz links in dorsaler Ansicht, darüber (am Plattenrand) ventral, darunter ein schräg seitlich zusammengefaltetes Exemplar.
Der „Schwamm mit Beinchen“ daneben ist ein mini-Mimi (nur 18mm lang), im Detailbild kann man gut die beiden keulenförmigen Stielaugen auf dem Körper (inmitten der Schwammfasern) erkennen. Zwei der großen Schreitbeine gucken vorne heraus.
Die beiden Mimetaster ganz rechts sind die Stars in der Menagerie: am oberen Rand sieht man erneut auf die mit Schwamm bewachsene Rückenseite, rechts darunter liegt ein vorzügliches Exemplar in bauchseitiger Ansicht (ca. LxB 36x30mm).
Hier endlich kann man die seltsame Struktur des Tieres erkennen: Der Panzer besitzt 6 sternförmig angeordnete Ausleger, an denen wie bei einem Schneekristall noch mal Seitensparren abzweigen. Die gitternetzartige Gesamtstruktur erleichterte gewiß die Besiedelung durch Schwämme oder andere sessile Organismen.
Die großen Schreitbeine sind gut zu sehen, außergewöhnlich feine Details zeigt der Hinterleib mit den Atmungsorganen. Die Beinpaare werden von vorne nach hinten kürzer, das heißt der Krabbler stand vorne hoch aufgerichtet und mit dem Hinterende fast auf dem Grund.
Man vermutet, daß sich die Tierchen als Strudler ernährten, d.h. sie fächelten sich die Nahrungspartikel unter den schräg aufrecht stehenden Körper. Der Schwammbewuchs diente mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tarnung.
Es ist sicher nicht abwegig anzunehmen, daß auch manche Trilobiten einen Lebendbewuchs ihrer Körper zuließen. Spätestens bei der Häutung konnten sie ja überschwer gewordenen Ballast wieder loswerden ;)
lg.Klaus
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__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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15.07.2008 00:53 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Ich kenne aus den USA Calymenen mit Bryozoen und Korallenbewuchs. Ist vergleichbares aus Bundenbach bekannt geworden? Oder hat man wie fast überall versucht die Panzer zu bereinigen, damit sie perfekt aussehen?
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15.07.2008 06:49 |
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Rudolf
Inner Circle

Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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| Bewuchs bei Bundenbach Trilos |
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Einen eindeutigen Beleg gibt es meines Wissens nicht.Man hat bei einigen Trilos Verkrustungen entdeckt die aus einen eventuellen Bewuchs hindeuten.
Viele liebe Güße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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15.07.2008 11:51 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Herkunft: HGW, momentan Jura, Schweiz
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Bewuchs bei lebenden Trilobiten hat es gegeben. Ich entsinne mich an ein Paper, ich glaube von Schraut über Burmeisterella, wo gezeigt wird, daß an den reichlich vorhandenen Stacheln Epizoen angeheftet waren. Muß zu Hause mal nach der Arbeit schauen, habe sie gerade nicht greifbar.
Ein weiteres Beispiel gibt es aus dem tschechschen Ordovizium, wo bei einem vollständigen Selenopeltis Epizoen sogar mehrere Thoraxsegmente überwachsen haben und somit die Beweglichkeit des Trilobiten eingeschränkt haben. Ich muß mal schauen, ob ich nicht ein Bild von diesem Tierchen finde.
Da wir wissen, wie schnell Trilobitenpanzer nach dem Tode disartikulieren, kann der Bewuchs eigentlich nur zu Lebzeiten erfolgt sein.
Nachdenkenswert ist doch auch, warum die meisten Fossilien keinen Bewuchs aufweisen, wenn man mal bedenkt wie fix heutzutage Oberflächen (sei es Schiffsrümpfe, Steine oder Gehäuse) besiedelt werden. es ist für die Besiedler scheinbar gar nicht so einfach sich auf lebenden Objekten anzusiedeln, unbelebtes Material wird innerhalb weniger Monate bis Jahre regelrecht überzogen mit Pocken, Korallem et cet. Die Geschichte ist ein echtes Problem in der Schiffahrt und mit großen Kosten verbunden.
lg,
Jens
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15.07.2008 14:55 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Original von Jens
Bewuchs bei lebenden Trilobiten hat es gegeben. Ich entsinne mich an ein Paper, ich glaube von Schraut über Burmeisterella, wo gezeigt wird, daß an den reichlich vorhandenen Stacheln Epizoen angeheftet waren. Muß zu Hause mal nach der Arbeit schauen, habe sie gerade nicht greifbar.
Ein weiteres Beispiel gibt es aus dem tschechschen Ordovizium, wo bei einem vollständigen Selenopeltis Epizoen sogar mehrere Thoraxsegmente überwachsen haben und somit die Beweglichkeit des Trilobiten eingeschränkt haben. Ich muß mal schauen, ob ich nicht ein Bild von diesem Tierchen finde.
Da wir wissen, wie schnell Trilobitenpanzer nach dem Tode disartikulieren, kann der Bewuchs eigentlich nur zu Lebzeiten erfolgt sein.
Und abhängig von der bedeckten Fläche sollte sich auch rückschließen lassen, ob es sich um einen jungen oder schon relatv alten Träger gehandelt hat. Grund für diese Aussage ist die Vermutung das bei den Trilos wie bei den rezenten Krebsen mit zunehmendem Alter die Abstände zwischen den Häutungen zunehmen.
Nachdenkenswert ist doch auch, warum die meisten Fossilien keinen Bewuchs aufweisen, wenn man mal bedenkt wie fix heutzutage Oberflächen (sei es Schiffsrümpfe, Steine oder Gehäuse) besiedelt werden. es ist für die Besiedler scheinbar gar nicht so einfach sich auf lebenden Objekten anzusiedeln, unbelebtes Material wird innerhalb weniger Monate bis Jahre regelrecht überzogen mit Pocken, Korallem et cet. Die Geschichte ist ein echtes Problem in der Schiffahrt und mit großen Kosten verbunden.
Ich denke das esbiochemische Gründe hat, das unbelebtes schneller besiedelt wird denn belebtes. Ich denke auch dass bei lebendbesiedelung erheblich mehr kommensalismus dabei ist, als gemeinhin vermutet wird.
lg,
Jens |
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15.07.2008 18:55 |
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Rudolf
Inner Circle

Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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Ein markantes Beispiel für Lebendbesiedlung sind die Großwale die oft mit sehr viele Seepocken bewachsen sind. Vieleicht ist der Bewuchs auch abhängig von der Größe bzw der Beweglichkeit des Bewachsenen.Der Wal hat keine Möglichkeit den Bewuchs mit seinen Gliedmaßen zu verhindern.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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15.07.2008 19:07 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Original von Rudolf
Ein markantes Beispiel für Lebendbesiedlung sind die Großwale die oft mit sehr viele Seepocken bewachsen sind. Vieleicht ist der Bewuchs auch abhängig von der Größe bzw der Beweglichkeit des Bewachsenen.Der Wal hat keine Möglichkeit den Bewuchs mit seinen Gliedmaßen zu verhindern.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D |
Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie ein Ceratarges versucht sich zu kratzen. Vermutlich endet das in einem Gordischen Knoten!
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15.07.2008 19:27 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
Posts: 2,167
Herkunft: HGW, momentan Jura, Schweiz
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Ich habe das Buch mit der Abbildung vom Selenopeltis gefunden.
Sie befindet sich in:
Turek, V. Marek, J. & Benes, J. (1990): Fossilien - Handbuch und Führer für den Sammler. - 2. Auflage, 496 S., Prag (Aventium Verlag).
Ich hoffe man ist mir nicht allzu böse, daß ich das Bild einfach so gescannt habe, aber es ist eine spannende Sache und daher will ich es euch gern zeigen.
Es handelt sich um Selenopeltis buchi bewachsen mit den Haftscheiben von Hemicystites bohemicus und Argodiscus hornyi (rechts in der Mitte).
Mittleres Ordovizium (Llandeilo, also obereres Llanvirn), Revnice, Tschechien.
Länge des Trilobiten beträgt 9 cm, Die Stachelhäuter (Cystoideen) sind im Negativabdruck erhalten geblieben.
Die Anmerkungen von Udo treffen zu, das Tier ist groß, es hat sicher eine Weile gedauert, bis er sich wieder gehäutet hat und die Cystoiden hatten anscheinend reichlich Zeit sich anzusiedeln.
ich hoffe es gefällt,
lg,
Jens
Jens has attached this image (reduced version):
This post has been edited 1 time(s), it was last edited by Jens: 16.07.2008 15:36.
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16.07.2008 11:12 |
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Michael
Inner Circle
Registration Date: 16.02.2007
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Herkunft: Oberfranken
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Hallo Jens,
das ist ein sehr schöner Nachweis für eine Lebendbesiedlung. Der Selenopeltis muss ja zu Lebzeiten wie ein wandelnder Wald rumgekrabbelt sein.
Grüße,
Micha
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16.07.2008 11:53 |
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Rudolf
Inner Circle

Registration Date: 29.01.2007
Posts: 653
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| Noch ein Beispiel für rezent |
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Der Selenopeltis ist ein scönes Beispiel. Danke Jens.
Einsiedlerkrebs stellen sich selbst Seeanemonen auf das Schneckenhaus in das sie einziehen und bei einem Umzug in ein größeres wir die Seeanemone mitgenommen.Es geb da mal einen schönen Film im Fernsehen in dem dieser Umzug dokumentiert wurde.
Die Seeanemone schützt ihn auf die nesselde Weise vor Fressfeinden.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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16.07.2008 12:05 |
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Diacanthaspis
Moderator

Registration Date: 13.02.2007
Posts: 294
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Ja das ist ein berühmtes Stück.
Ich denke dein Ansatz ist richtig das die Tierchen erstmal eine gewisse größe erreichen müssen damit das mit der Besiedelung klappt.
In dem Sinne : Großes , altes Exemplar - > langer Häutungsinternal
Bei den kleinen Flexis aus Ohio hallte ich es für wahrscheinlicher das es sich um eine post mortem bewuchs handelt. Wobei die Schalen der Trilobiten lediglich als Hartgrund dienten. Ich kenne da Exemplare wo Bryozoen ewig lang auf dem Augendeckel wachsen. Die arme Flexi hätte damit die ganze Zeit nur am Hang entlanglaufen können um nicht un zu fallen.
Witziger weise findet man diese Besiedelung nicht bei allen größen Trilobiten.Z.b. bei Parahomanolotus ist mir kein Exemplar bekannt welches besiedelt ist.
Grüße
Heiko
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16.07.2008 12:07 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Herkunft: HGW, momentan Jura, Schweiz
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Danke, danke, gern geschehen.
Zu Parhomalonotus fällt mir gerade ein, daß Schraut in seiner Arbeit über ne neue Scabrella-Art aus Marokko die Lebensweise der Homalonotiden diskutiert hat. Dabei hat er auch Parahomalonotus angesprochen und ihm aufgrund seiner geringen Schalendicke eine grabende Lebensweise zugesprochen, während Scabrella und Burmeisterella mit ihren dicken Schalen und kräftigen Stacheln epibenthonisch (also auf dem Boden aufliegend) gelebt haben.
lg,
Jens
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16.07.2008 12:17 |
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Rudolf
Inner Circle

Registration Date: 29.01.2007
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Herkunft: Bayern jetzt Bensheim
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Für Post mortem Bewuchs von Triloresten gibt es einige schöne fotobelege aus Bundenbach .Muß mal sehen ob ich was auftreiben kann.
viele liebe Grüße
Rudolf :D
__________________ Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
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16.07.2008 12:18 |
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Piltonia
Inner Circle

Registration Date: 05.04.2008
Posts: 193
Herkunft: Holland
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Wie kann mann denn ausfinden ob etwas in Leben oder post mortem auf ein Fossil ist gesetzt?
Ich habe zum beispiel ein Chotecops ferdinandi mit einige stielartige strukturen auf ihnen(aus Pyrit) aber wie find mann denn aus ob es ein Symbiot oder ein hungrige lebensform die fuer essen nach das Kadaver gekommen hat? Und nicht alle Symbioten setzen sich direkt auf den "Gastgeber", denk mal auf die heutige Haien, die haben auch oft viele fischen mit sich trampen.
mit freundlichem Gruss,
Mark
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16.07.2008 17:20 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
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Herkunft: Aschaffenburg
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Original von Rudolf
Für Post mortem Bewuchs von Triloresten gibt es einige schöne Fotobelege aus Bundenbach. |
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Original von Piltonia
Wie kann man denn ausfinden ob etwas in Leben oder post mortem auf ein Fossil ist gesetzt? |
Beides sind spannende Fragen :)
Eine erste Idee: man muß den Zeitfaktor berücksichtigen.
Das Besiedeln und Wachsen dauert eine Weile. Beim lebenden Tier steht dessen Lebenszeit zur Verfügung, beim toten Tier hängt es von der Stabilität der Überreste ab.
Eine Lebendbesiedelung dürfte an Tieren vorliegen, deren Körper nach dem Tod evtl. sehr rasch zum Zerfallen neigen: dann wäre zuwenig Zeit, daß sich ein Bewuchs ausbilden kann. Er muß also zu Lebzeiten erfolgt sein.
Eine post-mortem-Besiedelung könnte man annehmen, wenn die Überreste nach dem Absterben des Tieres längere Zeit Bestand haben und sich als robuster Siedlungsgrund erweisen, und auch, wenn die Überreste erkennbare Auflösungserscheinungen zeigen.
Gerade bei Bundenbachmaterial wird es interessant, weil mehrere Faktoren zusammenkommen, die die Analyse unter Umständen erschweren:
-Fossilwerdung von direkt aus dem Leben gerissenen Tieren (die gleichzeitig gut erhalten blieben; Bewuchs kann als Lebendbesiedelung gedeutet werden)
-In Auflösung befindliche Überreste am Meeresboden mit post-mortem-Bewuchs (die womöglich zahlreich waren, für die aber schlechte Fossilisationsbedingungen herrschten)
-Aussortieren des geborgenen Fossilmaterials durch menschliche Wertmaßstäbe
Die Sedimentationsereignisse, in deren Zuge die wohlerhaltenen Fossilien entstanden, beruhten offenbar auf der kurzfristigen Ablagerung größerer Sedimentmengen, zum Beispiel durch abrutschenden Schlick, der eine Bodensenke zuschüttete (bis zu 30 cm und mehr, wenn man hochrechnet, daß sich manche langen Seelilienstiele durch heute 3cm dicke Platten erstrecken - bei einer vertikalen Schrumpfung auf 1/10 bis 1/20 der ursprünglich geschütteten Sedimenthöhe!)
Dazu kommt, daß die chemischen Bedingungen im Sediment eine Selektivdiagenese herbeiführten: Kalkhaltige Schalen (Muscheln, Schnecken) lösten sich rasch auf und hinterließen keine oder sehr unscheinbare Fossilien. Diese wurden beim Sammeln gleich nochmal „ausgedünnt”, weil sie als wertlos erachtet einfach weggeworfen wurden.
Andere Organismen hielten dem Zersetzungsprozeß dagegen länger stand (organisches Material initiierte gleichzeitig die Pyritbildung) und lieferten gut erhaltene Fossilien, welche von den Schieferspaltern bevorzugt aufgesammelt und als wertvoll verkauft wurden.
Folglich ist sowohl das in den Gesteinen zu findende, als auch das in den Sammlungen vertretene Faunenbild gegenüber dem originalen Lebensraum „verzerrt”: Bestimmte, wahrscheinlich häufig vorkommende Organismen sind unterdurchschnittlich fossil erhalten und auch noch von den Sammlern unbeachtet geblieben, andere Lebensformen sind stattdessen überrepräsentiert, weil sie besser erhaltungsfähig waren und zusätzlich begehrte Sammlerfossilien lieferten.
Man muß also davon ausgehen, daß auch die entsprechenden Befunde von Lebendbewuchs oder nachträglicher Besiedelung wahlweise unterschiedlich gut fossil überliefert wurden (also bevorzugt oder seltener erhalten blieben), und darüberhinaus durch das Aussortieren in schöne / wertlose Stücke noch mehr Belege verlorengingen.
Besonders die wohlerhaltenen Fossilien (egal ob Trilos oder Sterntiere oder Seelilien...) sind größtenteils Überreste von lebendig verschütteten Tieren. Sie wurden durch das Sedimentationsereignis zu Tode gebracht und gleichzeitig unter fossilbildend-günstigen Bedingungen konserviert.
(In der Literatur finden sich bisweilen abenteuerlichste Konstrukte, die zu erklären versuchen, daß die Tiere zunächst durch Vergiftungsereignisse dahingerafft und erst anschließend als Leichnam eingebettet worden wären. Dabei war das Zuschütten unter tonigem Schlamm schon lethal genug: nicht nur weil die Atmungsorgane verstopft wurden, sondern auch weil sich die Tiere aus dem rasch festwerdenden Schlamm nicht mehr ausgraben konnten. Noch toter als tot braucht es nicht...).
Befunde von bereits abgestorbenen Tieren - nachgewiesen z.B. an Seesternen, die bereits in Zersetzung übergegangen sind - scheinen in den Konservathorizonten dagegen nicht so häufig zu sein. Ich denke, das gilt auch für den Anteil von Häutungsresten gegenüber ganzen Trilobitentieren.
Wo tote Tiere und auch Häutungsreste (-> Saltersche Einbettung) überliefert wurden, besteht gleichzeitig die Chance, daß auch die Oberfläche des Meeresbodens (mit Spuren usw.) erhalten geblieben ist.
Die Fossilien aus den Konservathorizonten von Bundenbach zeigen gewissermaßen ein „eingefrorenes” Lebensbild. Einerseits sind am Boden abgelagerte Tierreste zugeschüttet und konserviert (hier kann man also auf nachträglichen Bewuchs schließen), andererseits dokumentieren viele Fossilien den augenlicklichen (letzten) Lebenszustand der Tiere. Wenn da Bewuchs festzustellen ist, dann muß er auch zu Lebzeiten der Tiere erfolgt sein.
Post Mortem-Bewuchs kennt man natürlich von den Schalen der Orthoceras-Tintenfische. In einer weithin schlammigen Oberfläche dienten solche Tierreste als Hartgrund für sessile Bewohner, zum Beispiel Krustenkorallen oder (in Bundenbach selten) Bryozoen (Hederella). Berühmt sind Fossilien, die man als Bundenbacher „Füllhorn” bezeichnet: an einem großen Orthoceras-Horn siedelte ein ganzer Strauß verschiedenartiger Seelilien.
Auch Zweiklapper (z.B. Brachiopoden) oder adulte Seelilien mußten als Siedlungsbasis herhalten, hier hefteten sich bisweilen juvenile Seelilien an. Bei den Brachiopoden könnte tatsächlich eine Lebendbesiedelung vorliegen. Ebenfalls Lebendbesiedelung mit Bryozoen („Fenestella”) und schmarotzenden Brachiopoden (kreisrund, indet.) kennt man von Conularien. Bereits weiter oben wurde der Bewuchs von Arthropoden (Mimetaster hexagonalis) mit Schwämmen vorgestellt.
Wenn man den Bewuchs von Trilobitenpanzern untersucht, muß man klären, ob es sich um eine Lebendbesiedelung handelt (naheliegend beim Fossil eines vollständigen Trilobitenpanzers), oder ob ein nachträglicher Bewuchs (Triloschale als Hartgrund) vorliegt.
Exuvien kann man sowohl an ihrem Zustand (Chotecops ohne Kopf =) ) und evtl. auch an der Fossilsubstanz (aufgelöst, „schattenhafter” Abdruck) erkennen. Neben den kopflosen Exuvien gibt es noch die Option, daß die Häutung so problemlos vonstatten ging, daß das abgestreifte Hemd nicht disartikuliert wurde (in diesem Fall hat man zwar einen vollständigen Rückenpanzer, aber kein Hypostom).
Am Boden herumliegende Trilobiten-Leichen dürften meines Erachtens zu den eher seltenen Befunden zählen.
Über den Bewuchs von Trilobitenpanzern habe ich bei Funden aus Bundenbach noch nichts (bewußt) gelesen, daher bin ich neugierig, ob Rudolf hierzu etwas recherchieren kann.
Auf jeden Fall muß berücksichtigt werden, daß die Bundenbachfossilien schon immer Handelsware gewesen sind, das heißt, nur die schönen Stücke wurden geborgen und präpariert, und „störendes Zeugs” wurde dabei ganz sicher schon mal prophylaktisch wegpräpariert...
Bilder:
Wenn auch die Beispiele keinen Beleg für den Bewuchs von Trilobitenpanzern liefern können, so gewähren sie doch einen Blick auf die ökologischen Begleitumstände im Lebensraum der Trilobiten von Bundenbach.
Conularia bundenbachia R.+E. RICHTER, 1930
2 Conularien, die oben liegende zeigt Bewuchs mit kreisförmigen Brachiopoden Species indet. und (an der Spitze unten) eine kleine Bryozoenkolonie „Fenestella sp.” (es handelt sich nicht um Oberflächenskuptur der Conularie). Wegen der Vergänglichkeit der Conulariengehäuse kann man wohl von einer Lebendbesiedelung mit diesen Epöken ausgehen.
Länge der oberen Conularia ca. 49mm.
Die dunklen Punkte bzw. würmchenförmigen Flecken auf der Platte sind Überreste von Wohnbauten/Grabspuren im Sediment (Chondrites sp.)
verkrusteter Orthoceras-Rest und Chotecops sp.
Links erkennt man die zellenförmigen Verkrustungsstrukturen (Korallen, bisweilen spekulativ auch als Schwamm gedeutet) auf dem nahezu aufgelösten Rest eines Orthoceras. Der Chotecops liegt ventralseitig, ein Facettenauge ist von innen zu sehen (teilweise freigelegt, extreme Verhärtung des Schiefers!), das Pygidium ist eingeklappt. Die weißen Streifen links sind Quarzgänge.
Der Trilobit hat eine sichtbare Länge von 56mm.
Seelilie Bactrocrinites jaekeli W.E. SCHMIDT, 1934 an Kieselschwamm Retifungus rudens RIETSCHEL, 1970
Wahrscheinlich haben sich gleich beide Organismen an einem weiteren Träger angeheftet, der jedoch nicht mehr auf der Platte enthalten ist. Vom Schwamm Retifungus rudens ist der spiralig gedrehte Stiel erhalten (nach oben erweitert sich beim vollständigen Exemplar eine trichterförmige Öffnung mit deutlicher Gitterstruktur). An der kleinen Seelilie kann man an der Spitze des Analtubus den typischen feinen Endstachel erkennen.
Der Strunk des Kieselschwammes ist 67mm lang.
lg Klaus
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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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17.07.2008 03:26 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Original von Diacanthaspis
Ja das ist ein berühmtes Stück.
Ich denke dein Ansatz ist richtig das die Tierchen erstmal eine gewisse größe erreichen müssen damit das mit der Besiedelung klappt.
In dem Sinne : Großes , altes Exemplar - > langer Häutungsinternal
Bei den kleinen Flexis aus Ohio hallte ich es für wahrscheinlicher das es sich um eine post mortem bewuchs handelt. Wobei die Schalen der Trilobiten lediglich als Hartgrund dienten. Ich kenne da Exemplare wo Bryozoen ewig lang auf dem Augendeckel wachsen. Die arme Flexi hätte damit die ganze Zeit nur am Hang entlanglaufen können um nicht un zu fallen.
Witziger weise findet man diese Besiedelung nicht bei allen größen Trilobiten.Z.b. bei Parahomanolotus ist mir kein Exemplar bekannt welches besiedelt ist.
Grüße
Heiko |
Ich denke wir reden von dem einen Stück, welches mich spontan an Knecht Ruprecht erinnert, der einen ganzen Weihnachtsbaum auf dem rechten Auge mit sich rumschleppt, oder? Ich glaube ich habe da noch irgendwo ein Papierbild von dem Stück bei meinen Ellis. Nun ja Zwei Wochen noch und dann werden wir ja sehen.
Es kann sich natürlich um eine Post-Mortem-Besiedelung handeln. Allerdings ist der Tannenbaum so groß, dass er eigentlich den Trilo zerreißen müsste. hat er aber nicht. Jetzt kann es noch sein, dass die Bryozoen mit der Ssedimentation um die Wette gewachsen sind. Das glaube ich wird warscheinlich nicht unbedingt der Fall gewesen sein, da die Sedimentationsrate dort glaube ich nicht wirklich richtig hoch war. Ich glaub im vergangenen Jahr ist bei Ebay.com auch so ein Stück durchgelaufen. Allerdings mit erheblich kleineren Kolonien, dafür waren es aber dreei oder vier und eine am Pygidium war Segmentübergreifend.
Ob nun Exemplare besiedelt überliefert sind, oder nicht, hängt auch mit der Erhaltung zusammen. Bei schönen Schalenerhaltungen in Knackekalken ist eher damit zu rechnen, dass Bewuchs präparationsbedingt in die Kollekte fällt. Pyritisierte Erhaltungen wie Bundenbach, oder Hohlformerhaltungen wie der von Jensen gezeigte Seleno sind da deutlich besser geeignet.
Auf jeden Fall sollte man mehr auf solche Stücke achten! Warscheinlich kommt es häufiger vor, nur wusste man noch nicht worauf man achten soll. Ein Trilo, der nicht einfach nur ein Fossil ist, sondern der auch noch eine Geschichte erzählen kann, das ist doch was!
__________________ Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
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17.07.2008 07:01 |
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