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juniper juniper ist männlich
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Bundenbach im speziellen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hi Jens
das muß ich mal bei Gelegeheit genauer darlegen, ist jetzt in der Kürze nicht möglich.

Allgemein:
Die derzeitige Interpretation ist die, daß ein reiches Leben möglich war. Juvenile Stadien von Seelilien und Sterntieren sind (zum Teil massenhaft) nachgewiesen.
Die Tiere lebten dort. Sie wurden nicht in den Einbettungsraum verfrachtet (über weite Strecken), da es zu einer Zerstörung der Tierkörper geführt hätte. Vor allem die fragilen Seelilienkörper hätten eine solche Verfrachtung nicht überstanden.

Das Meer war nicht allzu tief (max. 200m), sehr viele Tierarten (Trilobiten, Blattkrabben) besaßen ausgezeichneten Sehsinn (kompliziert geformte Augen).

Der Einbettungsbereich (Bundenbach, Gemünden) war küstenfern, aber ein Flachwasserschelf, zum Teil mit Gezeitenphänomenen (kein Tiefwasser wie in der wissenschaftliche Frühzeit vermutet). Typische küstennahe Bodenbewohner (U-fömige Bauten) fehlen zwar, was aber kein Beleg für große Wassertiefe sein muß, sondern eher ein Hinweis auf den Abstand zum Strand.

Das Wasser war sauber (Echinodermen vertragen keine Trübe wegen ihres Wassergefäßsystems) und zweifellos nährstoffhalting (Seelilien fangen wie eine Reuse Kleintiere aus dem Wasser, also gabs auch was zu fangen, sonst gäbe es nicht so viele Fossilien von Seelilien ;) ).

Das Vorhandensein sehr vieler direkt auf dem Boden lebender Bewohner (Sterntiere!!!!) schließt ein vergiftetes Wasser am Boden aus. Laufspuren (Trilobiten, Würmer, Sterntiere) auf der Bodenoberfläche sowie Grabspuren im Sediment (Chondrites) belegen dies ebenfalls (->gyttja-artige Verhältnisse, gut zu vergleichen mit den Lebenszonen in heutigen Meeren).

Ich persönlich halte die Vergiftung durch schwefelwasserstoffhaltiges Wasser für einen Teilaspekt, der nur ausnahmsweise größere Ausmaße erreichte, zum Beispiel beim Fischschiefer in Gemünden: da ist eine Parallelinterpretation zum Fischsterben in der Walfischbucht (Sturm wirbelt giftiges Bodenwasser auf) durchaus nicht abwegig.
Wahrscheinlicher wurde das Wasser nur kurzzeitig giftig, nämlich wenn schwefelwasserstoffhaltiges Sediment aufgewirbelt wurde - dann wäre nur das Wasser im Schlammstrom giftig, nicht jedoch das normalerweise vorhandene Bodenwasser.
Meines Erachtens ist das Verschütten mit Sediment in den meisten Fällen als Todesursache absolut ausreichend, evtl. durch die Trübe vergiftetes Wasser mag bisweilen im Detail eine Rolle gespielt haben (wie gesagt: toter als tot braucht’s nicht).


„Einregelung”
Bei Seelilien trifft es sicherlich oft zu, daß ihre Einbettungshaltung durch eine Strömung verursacht ist (es gibt sogar Belege für Verwirbelungen und Gegenstromeffekte), bei Schlangensternen dagegen eher selten.

Hebt man Sterntiere vom Grund auf und läßt sie zurücksinken, verharren sie in ihrer Haltung während sie durchs Wasser schweben und am Boden auftreffen. Daraus folgt: selbst bei Zusammenschwemmung wurde die Körperhaltung nicht durch die Wasserströmung erzwungen, sondern entspricht dem Lebendzustand des Tieres. Das erklärt, warum innerhalb einer Masseneinbettung von Sterntieren nicht alle gleich eingeregelt sind, sondern zwischendrin welche liegen, die aus ganz anderer Richtung orientiert worden sein müßten, was unmöglich ist. Die „Einregelungslage” ist nicht passiv, sondern die aktive Körperhaltung des Tieres.
Das erklärt desweiteren, warum so viele Sterntiere oft für die Art typische Einbettungen haben: ausgebreitet - verschlungen - verknotet. Manche Art gibt es so gut wie niemals ausgebreitet liegend, alle fünfe von sich gestreckt (soviel zum Thema „ästhetische Vorliebe & Erwartung bei Fossiliensammlern” :tongue: ). Die Körperhaltung gewährt uns den seltenen Blick auf das Verhalten des lebenden urzeitlichen Tieres :rolleyes:

Verschüttete Schlangensterne graben sich nur aus geringer Tiefe aus (Aquarienexperiment, 1cm Schüttung), darunter verbleiben sie reglos in der letzten Haltung (Experiment abgebrochen, um die Tiere nicht zu gefährden). Im Lebendzustand kann man häufig beobachten, daß die Tiere lange Zeit in Körperhaltungen verharren, die exakt der „Einregelung” entspricht.

Analog zu diesen Befunden kann man auf die Lebensverhältnisse der Trilobiten schließen. Ich denke, sie konnten begrenzt schwimmen, und rollten sich ein, wenn sie von einer Strömung erfaßt und weggewirbelt wurden (auch als Schutz der Atmungsorgane vor Schmutzpartikeln). In dieser zufällig zusammengewürfelten Position wurden die Trilobiten dann im Sediment festgesetzt, konnten sich nicht mehr befreien und wurden fossil. Ausgestreckte Trilos (Hohlkreuzlage) kann man in verschiedener Weise deuten, zum Beispiel daß das Tierchen versuchte, aus dem Trübestrom rauszuschwimmen, oder aber, es wurde vom giftigen Wasser (->schwefelwasserstoffhaltiges Sediment in Lösung) betäubt und konnte sich nicht mehr einrollen.

Schwefelverarbeitende Bakterien waren zweifellos an der Bildung der Pyritmuttermineralien beteiligt. An demselben Fossil kann es pyritisierte und nichtpyritisierte Partien geben - sogar im Allerkleinsten waren die Verhältnisse unterschiedlich.
Der Nachweis von Weichteilstrukturen, in Pyrit nachgezeichnet, ist vielfältigst und nicht nur auf Trilobeinchen beschränkt (Alveolen an Cronidenstielen, komplette Gliederwürmer ohne jegliche Hartteile und so weiter). Wer sich in Bundenbach mit „einfachen Lösungen” zu begnügen versucht, begeht einen fatalen Irrtum.


Bisher habe ich noch nicht von protaspiden oder meraspiden Trilobitenbabys aus Bundenbach gehört. Das mag einbettungsbedingt sein (also nicht vorhanden) oder an der Auslese beim Fossiliensuchen liegen.
Ich vermute, kleine Trilobiten (mein kleinster, in einer Salterschen Einbettung, ist ca. 10mm lang) sind einfach beim Fossiliensammeln unerkannt/unberücksichtigt geblieben.

Man vergesse nicht: Die Spitzenklasse-Fossilien aus den Dachschiefern sind nur in bergbautechnisch zugänglichen Schichten zutage gekommen. Und der Bergbau diente der industriellen Herstellung von Baumaterial (Dachschiefer), nicht der Bergung von Versteinerungen.
Die Fossis waren nur Nebeneffekt und Zubrot der Schieferspalter - die haben natürlich nur das aufgehoben, was vernünftig ausgesehen hat.
Eine wissenschaftlich vollständige (mit quasi „archäologischer” Gründlichkeit durchgeführte), oder eine hobbyistisch verliebte Detailauswertung (durch Selberausgraben) des Materials war durch die industriell geschaffenen Fundumstände im Prinzip ausgeschlossen.

Dazu eine Besonderheit: Die Dachschieferlagen werden auf eine Mächtigkeit von ca. 1000 Meter geschätzt. In fast allen Schichten sind zerkrümelte Fragmente von Fossilien zu finden - Belege für den Normalzustand.
Nur in wenigen Schichten tauchen, fleckartig im Sediment verteilt, ein paar Quadratmeter groß und nur zentimeterdick, einzelne Konservatlagen auf, aus denen die berühmten Fossilien stammen (gewissermaßen ein verfüllter „Bombentrichter”).
Oberflächennahe Schiefer sind der Verwitterung (zirkulierende Wässer) zugänglich, die Fossilien zersetzen sich und sind bestenfalls noch als Hohlräume zu erkennen. Es gibt auch Zwischenstadien mit nur teilweiser Hohlraumbildung.

Neue Erkenntnisse wird man leider kaum noch aus bergfrischem Material gewinnen können, sondern hauptsächlich durch das sorgfältige Aufbereiten von noch unpräparierten Steinen, oder die glückliche Nachbearbeitung von nicht kaputtgemachtem Altmaterial. Da sind sehr wohl noch Schätze zu heben, Sorgfalt und Kenntnis vorausgesetzt.

lg.Klaus

Anmerkung zum „Bombentrichter”: Gemeint sind nicht die Einschläge vulkanischer Auswürfe (Vulkanische Bomben). Hier bei Aschaffenburg findet man in Wald und Feld vielmehr die Sprengtrichter von Weltkriegsbomben. Diese Gruben sind 6 bis 15m im Durchmesser und ein paar Meter tief. Oft haben sich darin kleine Tümpel mit munterem Leben (Frösche, Molche) gebildet.
In meiner Analogie dürften die Bodensenken des bundenbacher Devonmeeres etwa vergleichbare Ausmaße (und größer, ist ja klar) gehabt haben. Die Bodenschicht einer solchen Senke ist heute mit Glück als pfannkuchenartiger Fladen (Konservathorizont) im anstehenden Schiefer zu entdecken.

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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
23.07.2008 17:36 juniper ist offline Beiträge von juniper suchen Nehmen Sie juniper in Ihre Freundesliste auf
Rudolf Rudolf ist männlich
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Noch eine kleine Anmerkung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Lieber Klausd zu Deinem Bericht ist im Grunde genommen nichts mehr hinzuzufügen.
Die Wassertiefe wurde erstmals von Herrn Hartmann veröffentlich.Seine Begründung waren Rippelmarken im Zusammenhang mit gefundenen Fossilien.Rippelmarken entstehen durch Strömungen an der Oberfläche und wirken sich bis ungefähr 200 Meter Tiefe aus.
Dieser Befund aus den 30iger Jahren wurde später noch mehrmals Bestätigt.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D

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23.07.2008 19:09 Rudolf ist offline E-Mail an Rudolf senden Beiträge von Rudolf suchen Nehmen Sie Rudolf in Ihre Freundesliste auf
juniper juniper ist männlich
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Zitat:
Original von juniper
Die bekannten großen Räuber (Palaeoisopus, und die großen Blattkrabben Heroldina) schließe ich da jetzt mal aus.


Aufgrund einer Nachfrage: Blattkrabben = Phyllocarida
Im Hunsrückschiefer vertreten durch:
Nahecaris stuertzi JAEKEL, 1921 (vollständige erhaltene Exemplare mit allen Körperanhängen bekannt, Länge durchschnittlich unter 20cm),
– den im Verhältnis kleineren und sich im Detail unterscheidenden Nahecaris balssi JAEKEL, 1930 (sehr selten, ebenfalls vollständige Exemplare bekannt)
– und die große, bis 60cm lange Heroldina rhenana BROILI, 1928 nur in ganz wenigen Einzelexemplaren bekannt (die Fossilien sind z.T. verschollen ;( ).

lg.Klaus

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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von juniper: 23.07.2008 20:53.

23.07.2008 20:53 juniper ist offline Beiträge von juniper suchen Nehmen Sie juniper in Ihre Freundesliste auf
andrue
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hallo Klaus,
super toller Bericht,der für mich viele Neuigkeiten beinhaltete; z Bsp die Darstellung der Legende des "eingeregelt" seins von Schlangensternen.
Es zeigt auch immer wieder,wie wichtig der Vergleich mit lebenden Tieren ist.
In diesem Zusammenhang eine Anmerkung; warum sollte Palaeoisopus eigentlich nicht auch Trilos angeknabbert haben? Prinzipiell dürften die Biester wohl auch kaum Probleme mit größeren Tieren gehabt haben; wenn ich so in meinen Teich schaue,da werden Fische auch von Libellenlarven oder Gelbrandkäferlarven ( fieses Pack MPi ) angebohrt und die sind wesentlich kleiner.

Andreas

andrue hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
arthro 003.jpg

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von andrue: 23.07.2008 21:52.

23.07.2008 21:23
juniper juniper ist männlich
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Geschnetzeltes Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

eieiei, welch ein gei-e-les Teil 8)

Klar,die vorderen Beißscheren (Cheliceren) an Palaeoisopus könnten schon potent genug sein, Trilopanzer zu durchschneiden (man kennt ja auch wie zerschnitten wirkende Seesternarme).
Ich stelle mir diese Asselspinnen mit ihren langen Gliederarmen jedoch meist etwas „gemächlich” vor (kann eine völlig verfehlte Einschätzung sein, ich weiß :O ).

Neben der allgemeinen Seltenheit der wohlerhaltenen Fossilien (jeder Horizont dokumentiert ja nur ein weitgehend singuläres Ereignis in der Zeit an, man findet also nur, was da zufälligerweise gerade rumlag oder umhergekrochen ist) scheinen Trilos mit Bißspuren nochmal seltener.

Vielleicht waren die Räuber nicht immer erfolgreich MPi

lg.Klaus

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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
23.07.2008 21:40 juniper ist offline Beiträge von juniper suchen Nehmen Sie juniper in Ihre Freundesliste auf
Andries Andries ist männlich
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ein geiles Teil, nein ein wahnsinniges Teil!!!
Ich meine, ich habe schon Kopien oder ein Bild von ihm gesehen, ich weiss nur nicht mehr wo.

@ Klaus.
Ich kann mir vorstellen, dass Bundenbach einer der wenige Gegende war, wo die Redoxgrenze (grob gesagt, Grenze zwischen Sauerstoffreich und Anoxisch) sehr dicht an der Sedimentoberfläche gelegen haben dürfte.
Dies kann über mehrere Jahre stabil bleiben und sich dann mal kurzfristig heben. Normal geht dies langsam von statten, aber muss ja nicht gesagt sein.
Dies könnte auch eine mögliche Erklärung für die Senken sein.
In den Senken könnte die Redoxlinie oberhalb des Sediments gelegen haben und somit eine Todesfalle dargestellt haben.
Alles was rein geraten ist, ist nicht mehr heraus gekommen.
Besonders die Idee mit der Betäubung ist interessant.
Vielleicht hat es ja ähnlich wie CO (Kohlenmonoxid) gewirkt.
Die Lebenwesen sind rein geschwommen oder gekrabbelt, langsam betäubt und dann gestorben.
23.07.2008 22:38 Andries ist offline E-Mail an Andries senden Beiträge von Andries suchen Nehmen Sie Andries in Ihre Freundesliste auf
juniper juniper ist männlich
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Hi Andries

Nein, die Tiere lebten da tatsächlich längere Zeit, sie wurden auch nicht in eine Todeszone hineingeschwemmt.
Ob sie (unfreiwillig) hineingewandert sind, kann ich nicht beurteilen. Allerdings haben alle Meeresbewohner sehr feine Sinne für ihre Umgebung - aus schlichtem Lebenserhaltungstrieb (so wie wir Landbewohner die Qualität unsere Atemluft überwachen). Wenn ich bedenke, wie Schwefelwasserstoff riecht (faule Eier), kann ich mir gut vorstellen, daß entsprechendes Wasser vergleichbar eklig schmeckt ;)

Es ist aber natürlich vorstellbar, daß sich unter Umständen, wie du richtig schreibst, die Redox-Zone auch verschieben konnte und dann wären die ansässigen Bewohner einer solchen Senke in einer Todesfalle gefangen. Allerdings hätte gleich anschließend eine Schlammrutschung darübergehen müssen, damit sie alle zusammen zur Fossilisation eingebettet wären. Die duchschnittliche Sedimentationsrate lag nämlich im Jahresdurchschnitt bei nur 1 bis 3 mm, sodaß eine Fossilwerdung unter Normalbedingungen praktisch ausgeschlossen werden kann (das deckt sich wiederum mit dem Vorhandensein spärlicher Fossilfragmente außerhalb der Konservatlagerstätten).

Es ist daher wahrscheinlicher, daß die Bodenbewohner durch einen über sie hereinbrechenden Schlammstrom zu Tode kamen, wobei sich das Sediment vorzugsweise in der Senke sammelte. Einige robustere Kerlchen, zum Beispiel hochgewirbelte Trilobiten, könnten tatsächlich über eine gewisse Distanz mitverfrachtet worden sein. Dabei könnte man spekulieren, inwiefern aus der Einbettungshaltung der Trilos auf ihr Lebendverhalten geschlossen werden kann. Also zum Beispiel eingerollt zum Schutz, oder ausgestreckt zum Schwimmen, oder aber ausgestreckt und erschlafft, weil betäubt oder vergiftet. Vielleicht treffen alle diese Vermutungen zu, allerdings wird man sie wohl auch im Einzelfall nicht beweisen können.

Ein interessantes Phänomen nebenbei: Gliedmaßen sind vorzugsweise an gestreckt eingebetteten Trilos in Bundenbach zu finden, an den Rollis selten oder gar nicht. Offenbar verhinderte die geschlossene Gehäusekapsel, daß die im Sediment lebenden Schwefelbakterien an die Weichteile angreifen und damit die „Pyritproduktion” (zur Entstehung erhaltungsfähiger Fossilien) ankurbeln konnten. Stattdessen haben sich die Weichteile im Inneren zersetzt ohne Strukturen zu hinterlassen.
Bei nur teilweise gerollten Trilobiten (z.B. mit eingeklapptem Pygidium) könnten aber noch Beinchen drunter erhalten sein.

lg.Klaus

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2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
24.07.2008 03:14 juniper ist offline Beiträge von juniper suchen Nehmen Sie juniper in Ihre Freundesliste auf
Rudolf Rudolf ist männlich
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Pantopode von Andreas Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Lieber Andreas,
ist Dein Pantopode männl. oder weibl..
Ich sags Dir.Er ist männlich.So wie es aussieht hat er auf der rechten Seite Eiträger und die kommen(Vergleich mit rezent) nur bei männl.Tieren vor.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D

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24.07.2008 09:25 Rudolf ist offline E-Mail an Rudolf senden Beiträge von Rudolf suchen Nehmen Sie Rudolf in Ihre Freundesliste auf
andrue
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hi Rudolf,
super Info zum Thema der Geschlechtsbestimmung der Spinne ,besten Dank!


Andreas
24.07.2008 10:42
Andries Andries ist männlich
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Hier mal eine interessante Überlegung zur Einbettung.

Wie kann man Schlammströme und ein plötzlichen Aufstieg der Redox-grenze kombinieren?

Angenommen ein richtig schweres Tief (Hurricane) zieht vorrüber.
Durch den niedrigen Luftdruck, könnte sich die Redoxgrenze vielleicht nach oben bewegt haben.
Durch den Sturmwellenbasis gab es dann auch gleich genüg Sedimentbewegung.
Jedoch liegt hier dann auch gleich das Problem.
Wenn das Meer/See Turbulent war, wäre die Redoxgrenze sicherlich "zerschlagen"/"durchluftet" und hätte man wieder Sauerstoff.

Schade, so einfach ist es also nicht. Schrott.......
Also zurück zur Anfang, und ziehe kein Los.....
24.07.2008 12:16 Andries ist offline E-Mail an Andries senden Beiträge von Andries suchen Nehmen Sie Andries in Ihre Freundesliste auf
Jens Jens ist männlich
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Denkbar ist auch, daß es tief gelegene Bereiche im Becken mit lebensfeindlichen Bedingungen gegeben hat, lokale Senken, durch H2S verpestet. Durch Stürme könnte dieses Gift auch in flachere normalerweise gut durchlüftete Bereiche gekommen sein. Was der Fauna dann den Garaus bereitet hat. Durch den Sturm aufgewirbeltes Sediment hat dann fix die Tiere eingebettet.

Ich blätter hier gerade in ein paar Fossilienheften rum und möchte noch ein paar möglicher Räubernamen in den raum stellen.

Walter Südkamp hat Funde aus Haldenaufsammlungen vorgestellt: Fossilien 2005, Heft 4, 2007 Heft 1.

darunter auch Placodermen, wie den größten Fisch im Hunsrückmeer:
Tityosteus rieversi (Südkamp 2005: 215)
dann Machaeracanthus sp. (Flossenstacheln sind 23cm lang!)

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_placoderms
und besser noch den hier:

http://www.dkimages.com/discover/DKIMAGE...leosteus-2.html

hier kriegt man mal ne Vorstellung wie diese Ungetüme ausgesehen haben und die hatten Zähne. Bitte auf die Zahnlücke achten, die ein Erklärung für den Steg bei Rudolfs Chotecpos ist.

und es gibt Koprolithen von ebensolchen Acanthodiern, allerdings sieht man nicht was gefressen wurde, leider.

Pfeilschwanzkrebese mit beachtlicher Größe (Länge des Cephalothoraxes 8,9cm) sind ebenfalls da.

Dilophaspis sp. (= Nahecaris)

lg,

Jens

Hier noch mal ein Ausschnitt von Rudolf´s Chotecops, habe mal den Bissbereich markiert.

Jens hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Biss 1a.jpg

24.07.2008 13:43 Jens ist offline E-Mail an Jens senden Homepage von Jens Beiträge von Jens suchen Nehmen Sie Jens in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Jens,
ein solcher "Panzerfisch kommt natürlich in Frage als Killer dieses armen Chotecops. Richtige Zähne hatten die aber noch nicht, sondern diese Funktion wurde von Knochenplatten in den Kiefern erfüllt. Aber von der Anatomie könnte es gut zum Biß passen.

viele Grüße,
Micha
24.07.2008 14:49 Michael ist offline E-Mail an Michael senden Beiträge von Michael suchen Nehmen Sie Michael in Ihre Freundesliste auf
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Bei den Steg würde es mich interessieren, ob sowas eigentlich möglich wäre.
Die Exopanzer ist hart und vermutlich star.
Würde es bei einen Biss nicht eher zersplittern?
Um so einen Steg zu erreichen, müsste es herausgeschnitten wurden sein.
Kann man sowas bei ein Exoskelett erwarten?
Krebscheren werden doch auch geknackt, oder?
24.07.2008 18:55 Andries ist offline E-Mail an Andries senden Beiträge von Andries suchen Nehmen Sie Andries in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von Andries
Bei den Steg würde es mich interessieren, ob sowas eigentlich möglich wäre.
Die Exopanzer ist hart und vermutlich star.
Würde es bei einen Biss nicht eher zersplittern?
Um so einen Steg zu erreichen, müsste es herausgeschnitten wurden sein.
Kann man sowas bei ein Exoskelett erwarten?
Krebscheren werden doch auch geknackt, oder?


Ich bin mir da nicht so sicher, dass die Panzer splitterhart waren. Ich denke das da eine gewisse Grundelastizität wie bei den heutigen Krebsen vorhanden gewesen sein muß. Eine zu hohe Steifigkeit im Gehäuse macht bei den dünnen Schalenstärken auch anfällig, weils zu spröde wird.

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24.07.2008 19:13 Schachtratte ist offline Beiträge von Schachtratte suchen Nehmen Sie Schachtratte in Ihre Freundesliste auf
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Moin Udo,

Ich glaube schon das die meisten recht Hart waren. Eine gewisser Flexibilität mag durch Organische Komponenten geben sein.Jedoch waren Trilobitenschalen auch primär aus Kalziumkarbonat daher sind Sie ja auch so toll überliefert auch da wo nachweise von anderen Arthropoden fehlen.
die Schale von Krebsen besteht meines wisses hauptsächlich aus Chitin oder ?


Grüße

Heiko
24.07.2008 23:20 Diacanthaspis ist offline E-Mail an Diacanthaspis senden Homepage von Diacanthaspis Beiträge von Diacanthaspis suchen Nehmen Sie Diacanthaspis in Ihre Freundesliste auf
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Zitat:
Original von Diacanthaspis
Moin Udo,

Ich glaube schon das die meisten recht Hart waren. Eine gewisser Flexibilität mag durch Organische Komponenten geben sein.Jedoch waren Trilobitenschalen auch primär aus Kalziumkarbonat daher sind Sie ja auch so toll überliefert auch da wo nachweise von anderen Arthropoden fehlen.
die Schale von Krebsen besteht meines wisses hauptsächlich aus Chitin oder ?


Grüße

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Andries Andries ist männlich
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Krebse haben ein Chitinpanzer, jedenfalls die meisten.

Was mich interessieren würde, wie verhält sich Kalziumkarbonat bei Bisse?
Zerbricht es, zersplittert es, verbiegt es sich nur, usw?
Es würde mich schon interessieren, mit was man den Exoskelett von damals vergleichen kann.
Wie würde die Schale von ein Trilobit aussehen, wenn sie heute noch leben würden?
Mir fällt nicht vernünftiges ein, ausser vielleicht Muscheln und Schnecken.
Was meint ihr?

Der Steg könnte vielleicht tatsächlich durch den Zahnlücke entstanden sein.
Wenn sich das nachweisen liese, wäre es schon erstaunlich.
Man müsste sich mal ein Gebissabdrück besorgen und vergleichen.
25.07.2008 00:03 Andries ist offline E-Mail an Andries senden Beiträge von Andries suchen Nehmen Sie Andries in Ihre Freundesliste auf
Schachtratte
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NUn, Knochen bestehen aus Kalzium-Phosphat + organische Komponenten. Auch bei Trilos muss man von einem Materialmix ausgehen.

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Vielleicht ist es möglich. so ein Trilostück abzubeißen, ohne den Panzer zu zersplittern. Für die Placodermen, falls der Täter denn einer war, werden hohe Beißkräfte angenommen. Falls der Biß mit hoher "Kiefergeschwindigkeit" erfolgte, konnte vielleicht ein Stück herausgetrennt werden ohne den Rest zu zersplitten (eine Gewehrkugel schlägt in ein Glasfenster nur ein Loch, ohne dass die Scheibe- wie im Film- komplett zersplittert... ;)). Und eine gewisse "Zähigkeit", also Flexibilität, werden die Trilopanzer wohl gehabt haben, sonst würde es wohl mehr Fossilien mit einen "Sprung in der Schale" geben...

Grüße,
Micha
25.07.2008 07:55 Michael ist offline E-Mail an Michael senden Beiträge von Michael suchen Nehmen Sie Michael in Ihre Freundesliste auf
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Bißstellen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Lieber Jens ,
Danke für die verbesserte Darstellung der Bißstelle.Ist so wesentlich deutlicher . Der Trilopanzer war mit Sicherheit in einem gewissen Umfang in sich beweglich.Mit fester Außenhaut wäre die Beweglichkeit doch gewaltig behindert worden. Exuvien waren mit Sicherheit sehr flexibel.Bei den heutigen Krebstieren wird durch ein Hormon die Aussenhülle praktisch aufgeweicht um die Häutung zu erleichtern.Die Erfindung ist mit Sicherheit sehr alt und kam schon bei den Trilos zu Einsatz.
Viele liebe Grüße
Rudolf :D

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Der Klügere gibt nach führt zu einer Regierung von Dummköpfen
25.07.2008 07:58 Rudolf ist offline E-Mail an Rudolf senden Beiträge von Rudolf suchen Nehmen Sie Rudolf in Ihre Freundesliste auf
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