Interpretationen zur Bedeutung des Siebsaumes von Trinucleiden |
Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Hi Heiko,
mit das Bild habe ich mich bisher auch immer sehr schwer getann.
Es ist schon ein bisschen Phantasie notwendig, wieso ein Trilo von Hinten das Substrat durch den Sieb presst, um Nahrung zu erhalten.
Diese Methode ist ergonomisch betrachtet, nicht wirklich effektiv.
Die Plättchen im Siebraum auf Dein Foto kann ich bestätigen.
Den Omnia, welche ich vor ein paar Wochen bei Dir gekauft habe, hat genau die gleiche "Plätchen" im den Vertiefungen.
Erst dachte ich, es wäre Dreck, aber als ich dann bei drei, dass gleiche gefunden hatte, war klar, dass da keine Löcher sind.
Äußerdem wäre eine Siebstruktur schon ungewöhnlich. Für die Häutung dürfte keine durchgehende Verbindung zwischen oben und Unten geben, ansonsten wäre ein Häutung nicht mehr möglich.
Somit müsste bei eine Verbindung zwischen oben und unten, einen Kontakt mit dem "inneren" gegeben haben.
Daher wäre ein Siebfunktion unwahrscheinlich.
Falls Wasser durchgepresst wird, dann hätte es sicherlich eine andere Funktion.
Eine Kiementätigkeit würde ich ausschließen, möglich wäre vielleicht ein "Gerüchorgan".
Die Plättchen könnten vielleicht auch eine Art Sinnesorgan gewesen sein.
Ähnlich wie bei Haie. Die Plättchen könnten als Medium/Übertrager gedient haben.
Eine Funktion dürften sie sicherlich gehabt haben, ansonsten wären sie nicht da gewesen.
Die Frage ist nur welche?
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26.07.2008 01:14 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Jetzt habe ich gerade gesehen, dass bei den Bildern von Mike, mikroskopisch kleine Löcher zu erkennen sind.
Bei der Größe, glaube ich kaum, dass da Wasser durchgepresst wurde.
Selbst bei 10bar drück würde dort wohl nur Tröpfchen durchperlen.
Ich würde sagen, dass Tasthäarchen wohl wahrscheinlicher wäre.
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26.07.2008 01:34 |
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Schachtratte
Member
     

Registration Date: 27.01.2007
Posts: 1,897
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Auch hier scheint ein zusätzlicher Stabilitätsgewinnmit im Spiel zu sein. Was man sich fragen muss ist : wo ist bei den Dingern die Sutur, an der das Cephalon platzt, wenn sich so ein Kandidat häutet.
Gruben mit Sinneshärchen besetzt, das erscheint durchaus möglich. Aber welchs Ziel versteckt sich dahinter? HAben wir hier vielleicht einen Wurmjäger ?? Bedenkt, Rochen haben auch ein elektrisches Organ, welches bis in die breiten Flossen reicht, welches ihnen das Aufspüren eingegrabener Krebse ermöglicht. Vielleicht haben wir hier ja eine Analogie?
__________________ Und was sagen Sie als Unbeteiligter zum Thema Intelligenz?
Der Idealismus wächst mit der Entfernung zum Problem!
"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen."
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26.07.2008 08:15 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Ich glaube nicht ,dass primär die Grübchen der Stabilität gedient hat.
Es muss meines Erachtens ein wichtigere Hauptaufgabe gegeben haben.
Dies deutet schon die kleine Löcher an.
Interessanterweise gibt es sehr viele Grübchen.
Was entweder für mehrere Funktionen spricht, oder für ein eher ineffektives System.
Bei ein elektrisches System wäre es also dann die Frage, wieso man soviele Sensoren braucht?
War es schlecht, oder diente es der "Aufbau" eines 3 dimensionals Bild.
Dann würde viele Sensoren sinn machen.
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26.07.2008 14:57 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
Herkunft: Aschaffenburg
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Ich glaube, die Idee mit einem Elektrosinn habe ich hier auch schon mal im Forum in die Diskussion eingebracht (Aufgabe/Funktion der Präglabellarapophysen).
Ob Walligabel oder Harpes-/Trinucleus-Saum - igendwie erinnert das an Konstruktionen, die wie Metallsuchgeräte aussehen. Aber im Falle der Trilos natürlich nicht zur Metallsuche, sondern zum Aufspüren elektrischer Felder, die von lebenden Organismen erzeugt werden.
Eine ganz andere Spekulation, im Zusammenhang mit Sinneshärchen (bzw. einer von mir umgedeuteten Funktion), habe ich vorhin hier gepostet ...
Es sei aber daran erinnert, daß in den Fundstellen, welche Trilobiten mit Weichteilerhaltung liefern, bisher (meines Wissens) kein unmittelbarer Nachweis von Sinneshärchen erbracht wurde.
Das Argument „Präparationsschaden” schließe ich hierbei aus.
Wahrscheinlich liefen die Trilobiten also nicht als Wollknäuel herum (eigentlich schade), sondern hatten ihre Sinne alle beisammen.
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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26.07.2008 16:45 |
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Michael
Inner Circle
Registration Date: 16.02.2007
Posts: 892
Herkunft: Oberfranken
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Hallo,
also zur Stabilitätsverstärkung halte ich diese Grübchen mit Löchern für wenig hilfreich. Sensorhärchen wären m.E. sinnvoller. Dass Wasser durch so kleine Öffnungen gepresst wurde macht vielleicht nicht so viel Sinn. Wenn diese Lösung dafür gut wäre, hätten wir dünnere Wasserleitungen (oder- speziell bei Biertrinkern- dünnere Hälse
.
Vielleicht sollte durch diese Löcher eben gerade kein Wasser durch, jedenfalls nicht in rauhen Mengen, sondern etwas anderes ? Irgendwelche "Duftmoleküle" oder so ähnlich. Vielleicht diese Löcher zur Verbesserung von Duft- oder Geschmackserkennung. Da diese Krabbler ja blind waren, könnte das ebenfalls ein Weg gewesen sein, Nahrung zu finden. Heutige Haie können ja auch wenige Blutmoleküle im Wasser erkennen. Mit so vielen, über die ganze Breite des Cephalonsaumes verteilten Löchern könnte vielleicht eine genauere Richtungsbestimmung der potenziellen Nahrung möglich gewesen sein.
Also, ich denke chemische Rezeptoren wären vielleicht eine Erklärung.
Da meine These recht gewagt ist, verzichte ich aufs copyright...
Viele Grüße,
Micha
This post has been edited 1 time(s), it was last edited by Michael: 26.07.2008 22:01.
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26.07.2008 22:00 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Soweit es mir bekannt ist, wundert es nicht, dass bei den Weichteilerhaltungen noch keine Sinneshäarchen gefunden wurden.
Der Grund düfte wohl naheliegend sein, weil bisher kein Trinucleiden mti Weichteilenerhaltung gefunden wurde. :o)
Außerdem wäre noch die Frage, ob solche Sinnensorgane überlieferbar wären.
Die Ambulacral-Füßchen bei Seesterne ziegt, daß kleinste Details überleiferbar sind, jedoch müssen diese auch erkannt werden.
Ich will lieber nicht wissen, wieviele Seesterne von ihre Füßchen befreit wurden.
Ich glaube nicht, dass es dicht behaarte Trilobiten gegeben hat.
Dafür hätte es sicherlich bessere anzeigen gegeben, außerdem wäre die Häutung sehr lästig, wenn nicht sogar unmöglich (ohne Verlust der Behaarung).
Bei den Trinucleiden könnte ich mir einzelne "Häarchen" bzw. kleine bündel von einzelne Häarchen vorstellen. Aber, danach hört es schon auch auf.
This post has been edited 1 time(s), it was last edited by Andries: 27.07.2008 02:32.
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27.07.2008 02:16 |
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Diacanthaspis
Moderator

Registration Date: 13.02.2007
Posts: 294
Thread Starter
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Original von juniper
Interessanterweise sind diese Porensäume ja auf der Ober- und Unterseite ausgebildet. Zusammen mit der offenbar wirklich sehr kleinen Öffnung ist es naheliegend, hier die Positionierung von Sinneshärchen (Sinnes-Borsten?) zu vermuten.
Als „Sieb" zum Durchfiltern dürfte es wirklich weniger geeignet gewesen sein, weder zum Ansaugen von Wasser (von vorne) noch zum Wegdrücken von Wasser, das durch die Beinchen von hinten her herbeigerudert wurde. Allerdings -ich spinne mal rum - könnte die Wahrheit auch dazwischen gelegen haben. Will sagen: Mit den Beinchen wurde Wasser/Schlammemulsion aufgewirbelt und nach vorne zum Mundbereich befördert. Im Siebsaum verankerte Härchen dienten als Reuse, aus der die Kieferfüße die darin verhedderten Nahrungspartikel herauspflückten.
Das wäre ähnlich wie bei einem Bartenwal, der als eine gigantische lebende Schöpfkelle Wasser ins Maul nimmt, um beim Auspressen die planktonischen Krillkrebschen mit den Barten herauszuseihen, zwecks Verzehr.
(Warum nur stelle ich mir gerade einen haarigen Trilo vor? Cybele mit Tasthaaren. Paraceraurus mit Dreitagesbartstoppeln :tongue: Oder mit Pelz ? Ein furry Haarpes mit schönem Muster: Leopard – wie apart :P )
lg.Klaus
PS. Wenn jemand glaubt, er könnte die gerade eben (Samstag 26.7.2008 ca. 15:45 bis 16:00 Uhr) von mir geborene Idee des Barten-Trilos klauen und als seine eigene Idee ausgeben: Ich bekunde hiermit öffentlich das Copyright für dieses Konzept
Dasselbe gilt auch für die pelzigen Trilobiten
Edit. Versehtlich auf Absenden statt Vorschau geklickt, daher noch Fehler beseitgt |
Hallo Klaus,
wir sind deine Zeugen für dieses Konzept.
Die Idee ist tatsächlich vorstellbar. Bei Trinucleiden könnte das glatt funktionieren.
Ich habe hier noch ein Bild eines Britischen Trinucleus wo soch durch die sehr gute Erhaltung auch die Poren in der Grubenplatte erkennen / erahnen lassen.
Grüße
Heiko
Diacanthaspis has attached this image (reduced version):
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27.07.2008 07:11 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
Herkunft: Aschaffenburg
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| quote: |
Original von Diacanthaspis
Hallo Klaus,
wir sind deine Zeugen für dieses Konzept.
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Danke :O
Was Sinneshärchen angeht, so halte ich diese zunächst mal nicht für soooo hinderlich bei einer Häutung.
Zum Vergleich (auch wenn der etwas hinkt, ist mir klar ;) ): Man schaue sich mal Häutungshemden von Garnelen (fossil: Solnhofener oder Zandter Plattenkalke) an, die Antennen sind gehäutet und trotzdem noch wohlartikuliert mitunter viele Zentimeter lang....
Was die pelzigen Trilobiten (spekulativ) angeht, so könnte sich die Häutung natürlich als Showstopper erweisen.
An den (Noch-)-Nichtnachweis von Sinneshärchen, oder einen Borstenkamm am Siebsaum von Trinucleiden, kann man sicher noch ein paar Gedanken verschwenden.
Neben dem Grundsatzproblem, z.B. Trinucleiden incl. Körperanhänge erstmal fossil zu finden (mich würden wirklich deren Beinchen interessieren...), sowie der Schwierigkeit „unerwartete” Strukturen an einem Fossil nicht unwissenderweise wegzupräppen, kommt noch die Tatsache, daß Trilobiten, deren Fossilien die Erhaltung der Körperanhänge zeigen, offenbar alle in prinzipiell ähnlichen Lebensräumen vorkamen bzw. unter bestimmten Einbettungsbedingungen überliefert sind.
Im Wesentlichen sind das Schlickgründe mit sehr feinkörnigem Substrat, und Einbettungen in einer unbelebten Zone (Burgess) bzw. einer Zone mit „grenzwertigen" Lebensbedingungen (Triarthrus-Trilobiten), oder Lebendverschüttung unter abrutschendem Schlamm (Bundenbach. Trifft das auch für Chenjiang zu?-da kenn’ ich mich nicht so aus...).
Diese Lebens- / Einbettungsräume müssen nicht unbedingt günstig für Trilos mit Sinnes/Tasthaaren gewesen sein.
Das heißt: Doppelte Ausschluß-Filterwirkung - Ein Ablagerungsraum, der wohlerhaltene Fossilien liefert, ist nicht jener Lebensraum, in dem solche Tiere vorkamen, die wir wohlerhalten überliefert gebraucht hätten ?(
Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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27.07.2008 16:55 |
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Löwe4
Inner Circle

Registration Date: 19.03.2007
Posts: 305
Herkunft: Schweiz
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24.08.2008 18:30 |
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