Graben - Tunnelbau - Linear Clusters |
Jens
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26.09.2008 12:06 |
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Jens
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habs, allerdings nur den Abstrakt:
Geology
Article: pp. 657–660 | Abstract | PDF (326K)
Tunneling trilobites: Habitual infaunalism in an Ordovician carbonate seafloor
Lesley Cherns1, James R. Wheeley1, and Lars Karis2
1. School of Earth, Ocean and Planetary Sciences, Cardiff University, Cardiff CF10 3YE, UK, 2. Geological Survey of Sweden, Box 670, SE-751 28 Uppsala, Sweden
Asaphus trilobites preserved in tunnel systems of the trace fossil Thalassinoides from the mid-Ordovician (ca. 465 Ma) Holen Limestone, Sweden, are interpreted as the trace makers, enabled by shallow carbonate firm grounds to construct open tunnel networks and develop habitual infaunal behavior. Their in situ preservation confirms an infaunal ethology inferred for some trilobite taxa from functional morphology. We suggest that predation pressure from large omnivorous nautiloid cephalopods (“Orthoceras” Limestone facies) may have triggered ecologic opportunism. In trilobites well adapted for predatory-scavenging behavior as well as excavation, the tunnel networks functioned primarily for protection, possibly assisting in feeding, breathing, and breeding strategies. Previously, “trilobite burrows” have referred to seafloor traces of locomotion, feeding, and resting (Cruziana, Rusophycus). Infaunal, tunneling trilobites provide new evidence of mid-Ordovician partitioning of the skeletal benthos, adding to an ecologic and trophic tier hitherto interpreted as occupied by soft-bodied organisms. Such trilobites also provide an identity for Thalassinoides tracemakers prior to Devonian evolution of decapod crustaceans.
Keywords: trilobites, Thalassinoides, Ordovician, carbonates, paleoecology, early diagenesis, Sweden
Received: 22 December 2005; Revised: 14 March 2006; Accepted: 18 March 2006
DOI: 10.1130/G22560.1
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26.09.2008 12:10 |
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Andries
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Hi Jens,
den Tunnelbau würde meine These bestätigen, dass Trilobiten, ihr Instinkt folgend, bei Gefahr Gemeinsam schutz gesucht haben. :o)
Leider kann man nicht sagen, ob der Tunnel durch den Trilobiten gebaut wurde, oder ob sie dort nur Zuflucht gesucht haben.
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26.09.2008 12:58 |
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Jens
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stimmt Pavel, ich denke diese Triloreihen kann man ausschliessen.
In dem spanischen Tagungsführer von Toledo ist ein Beitrag zum Thema Triloketten - Schnüre, alle hintereinander laufen.
Brian D.E. Chatteron and Richard A. Fortey 2008: LINEAR CLUSTERS OF ARTICULATED TRILOBITES FROM LOWER ORDOVICIAN (ARENIG) STRATA AT BINI TINZOULIN, NORTH OF ZAGORA, SOUTHERN MOROCCO. - in: I.Rábano, R. Gozalo and D. García-Bellido (Eds.): Advances in trilobite research.
Cuadernos del Museo Geominero, 9: 73-78, 1 pl.; Madrid.
ist spannend
Grüsse,
Jens
Den Tagungsband kann man frei downloaden
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26.09.2008 13:30 |
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Jens
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Mir war doch so, als hätte ich einen Beitrag über Wanderungen bei Langusten gesehen, wo die Tiere alle hintereinander maschierten.
Wikipedia ist auch meiner Meinung, hier wird von "Gänsemärschen" bei Langusten gesprochen:
Ich Zitiere hier mal Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Panulirus_argus
"Die Karibik-Languste ist Darstellungsobjekt diverser Dokumentationen über Meeresleben, da sie über ein ungewöhnliches Wanderverhalten verfügt. Zum Laichen begeben sich die Weibchen in tiefere Gewässer. Auf ihren Wanderungen bewegen sich die Tiere im Gänsemarsch in einer Reihe, die bis zu 50 Individuen umfassen kann. Die Tiere halten während des Marsches Kontakt zu einander, indem jede Languste dem Vordertier die Antennen auf den Rückenpanzer legt."
Und wenn man sich dann mal die Ampyx-Reihe aus Marokko anschaut (Chatterton & Fortey 2008: Taf. 1, Fig. 6,7, aus dem Tahiri-Museum in Erfoud) dann kann man sich vorstellen, wie die Ampyxe ihre Stacheln zum Kontakt halten genutzt haben.
lg,
Jens
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26.09.2008 14:34 |
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Andries
Inner Circle

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Die These ist auch sehr interessant.
Ich meine aber, dass ich bei mache "Reihe" die Trilobiten zwar aufgereiht waren, mache aber um 180° verdreht waren. Die Frage wäre nun, wieso?
Und ist es auch nicht so, dass teilweise unterschiedliche Arten vorkommen?
Vorausgesetzt die Platten waren authentisch.
Dein Beispiel aus Schweden sieht eher wie eine Zusammenrottung aus.
So dicht gedrängt, wie die sind.
Ich denke, wenn man alle Platten dieser Art mal zusammenfassen würde, dann gebe es sicherlich eine interessante Ansatz.
Leider sind die Platten, in der Regel, in irgendwelche Privatsammlungen, wodurch vielleicht der entscheidene Hinweiß verloren gegangen sein könnte.
Da fällt mir noch die Bericht mit den Agnostiden ein, die sich an eine Alge geklammert haben.
Hier mal eine andere These, vielleicht haben sich die Trilos in einen "Röhren"-schwamm, -Pflanze oder -Alge versteckt, welcher aber nach einer möglichen Einbettung nicht erhalten blieb.
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26.09.2008 14:59 |
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Jens
Moderator
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Hi Andries,
ich greife dein Posting mit etwas Verspätung auf, in der Hoffnung, dass du deine neue Bundenbach-Platte hier mit vorstellst.
| quote: |
Original von Andries
Die These ist auch sehr interessant.
Ich meine aber, dass ich bei mache "Reihe" die Trilobiten zwar aufgereiht waren, mache aber um 180° verdreht waren. Die Frage wäre nun, wieso?
Und ist es auch nicht so, dass teilweise unterschiedliche Arten vorkommen? Vorausgesetzt die Platten waren authentisch. |
Stimmt, ich meine auch schon Platten gesehen zu haben, wo sich 2 Marschkolonnen kreuzen. Vorzugsweise ist es Ampyx, aber gelegentlich sind auch Asaphiden dabei, wenn ich mich recht erinnere. Tja, wir wissen nicht viel über das Sozialverhalten von Trilobiten, aber ich glaube dass mit dem Wanderdrang in langen Reihen was dran ist. Wird eben doch immer wieder aus verschiedenen stratigraphischen Abschnitten und Gruppen berichtet. Zumal eben heutige marine Arthropoden es ähnlich halten. Die Erhaltung solcher Wanderungen dürfte eben nur selten möglich sein. Da die Trilobiten ja blitzschnell - aber schonend - verschüttet werden mussten. Geht eigentlich nur mit einem Turbidit und eher in der distalen Fazies, wo nur noch die feine Trübe ankommt, denn die Trilos sind ja nicht durcheinandergewirbelt. Vielleicht ist es ja auch eine Fluchtsituation vor der sich nähernden Schlammlawine. Nach dem Erdbeben, hiess es vielleicht, "oO - wir müssen hier weg - Panik...."
quote]Original von AndriesDein Beispiel aus Schweden sieht eher wie eine Zusammenrottung aus.
So dicht gedrängt, wie die sind.[/quote]
Äh, kleine Richtigstellung die "Trinecleoiden-Schnur" stammt aus England, nicht Schweden. Es ist übrigens durchaus denkbar, dass es sich hierbei um einen langen Koprolithen handelt. Habe darüber mit Herrn Fatka geredet und auch Roger Schallreuter war der Meinung. War mir seinerzeit aber nicht so recht klar darüber, ob Trilobiten den Durchgang durch den Verdauungstrack eines Räubers halbwegs unbeschadet überstehen können. ¨überstehen ja - überleben nein" Wir haben diese Schnur von etwa 10cm Länge nur in einem Horizont gefunden, 2x, Heiko hat auch eine, nur hat seine Platte nicht so gut aufgespalten.
quote]Original von AndriesIch denke, wenn man alle Platten dieser Art mal zusammenfassen würde, dann gebe es sicherlich eine interessante Ansatz. Leider sind die Platten, in der Regel, in irgendwelche Privatsammlungen, wodurch vielleicht der entscheidene Hinweiß verloren gegangen sein könnte.
Da fällt mir noch die Bericht mit den Agnostiden ein, die sich an eine Alge geklammert haben.
Hier mal eine andere These, vielleicht haben sich die Trilos in einen "Röhren"-schwamm, -Pflanze oder -Alge versteckt, welcher aber nach einer möglichen Einbettung nicht erhalten blieb.[/quote]
Ich denke mal die Deutung als Koprolith ist wohl wahrscheinlicher, Verursacher könnte ein grosser Wurm gewesen sein. Immerhin gibt es ja im Ordovizium grosse Zähne von Würmern, die sogenannten Scolecodonten, die sind gross genug für einen daumendicken Wurm - à la "Raketenwurm" aus Dune;-)
lg,
Jens
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05.05.2011 10:45 |
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Jens
Moderator
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Hi Andries,
zugegeben, sieht schon verdächtig nach "Schlangestehen" aus. 3 auf einen Streich, vielleicht Zufall, vielleicht aber auch genau dass worüber wir hier geredet haben.
Lässt sich aus Mangel an weiteren ähnlichen Platten schwer einschätzen, würde es aber nach dem was ich bislang von Bundenbach gesehen habe, als eher ungewöhnlich einschätzen, was aber auch an der allgemeinen Fossilarmut liegen mag;-)
Danke fürs Zeigen.
lg,
Jens
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06.05.2011 11:07 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Hi Jens,
wenn Du genau hinschaust, kannst Du noch ein 4. Trilobiten entdecken.
Beim oberen Trilobiten siehst Du ganz oben den Randsaum von ein Pygidium eines 4. Trilobiten.
Leider verlauft hier ein gesägter Schnitt, weshalb ich nicht sagen kann, ob die Platte im Vorfeld schon kleingeschnitten wurde, oder aus ästhetische Gründe gekürzt wurde.
Da die Platte nicht selber gefunde wurde, ist es schwer zu sagen, ob es oberhalb noch weiter ging.
Ich werde mal den Verkäufer fragen, ob er noch was zur Platte sagen kann.
Falls die Platte vom Werk aus gesägt wurde, vielleicht existiert dann noch die weiterführende Platte.
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06.05.2011 12:27 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Grüss dich Andries,
schätze da haste wenig Chancen noch das Anschlussteil aufzutreiben, aber wer weiss.
Ich glaube das mit dem 4. Trilo. Auch dass alle in Ventrallage liegen, zeigt ja, dass sie bei der
Einbettung gleich orientiert waren. Sind wurden nun halt von unten her freigelegt.
Wird allso wahrscheinlicher dass auch hier "Ringelreigen" gespielt wurde.
Interessant finde ich auch das Facettenauge von der Innenseite her freigelegt, beim mittleren Exemplar.
Kannst du da noch ne Grossaufnahme von hinbekommen?
lg,
Jens
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06.05.2011 14:29 |
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dsquared
Member
Registration Date: 17.07.2008
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06.05.2011 15:08 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Jup, gut gefunden. Scheint ein zusammenfassender Artikel zum Thema zu werden.
Macht ja Sinn, ist ja auffällig, dass sich die beschriebenen Trilobiten-Reigen immer in einer vergleichbaren Fazies finden, also im tiefen Wasser vorkommen.
Wird sicher ein interessanter Artikel.
Auch bemerkenswert das sich hübsche Frauen mit schicken Trilobiten befassen. Weiter so;-)
lg,
Jens
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06.05.2011 15:38 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
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Hi Andries
schicke Platte - war das jene, bei der du nach der Petrefakta meintest, du überlegst sie auch von der anderen Seite freizulegen? Wenn ja - lass es sein (siehe Anmerkung unten).
Anhäufung:
Bei Bundenbachmaterial aus solcher Grüppchenbildung auf Lebensäußerungen zu schließen, ist höchst spekulativ (es gibt aber durchaus Vergesellschaftungen, die solche Rückschlüsse möglich machen).
Ich halte die Interpretation, dass hier "herumgewandert" wurde, für nicht zutreffend.
Abgesägt:
Selbstverständlich wurde die Platte - bzw. korrekt: der noch nicht in Platten gespaltene gesamte Steinblock - während der industriellen Verarbeitung formatiert. Das ist der normale Schwund.
Außerdem sägt niemand wissentlich einen sichtbaren Trilo durch. Die Anschlussplatte ist zu 99.99 Prozent nicht mehr auffindbar, wobei sie durchaus existieren kann, wenn der Trilo drauf noch groß genug war. Dann wurde sie halt separat weggegeben.
Auge von innen:
Schöne Nahaufnahme. Die zeigt noch deutlicher als das Übersichtsbild dass etwas zu tief gestrahlt wurde. Wenn du versuchtest, die andere Seite freizulegen, würde sich dein Trilo auflösen: Es gibt keine "andere Seite".
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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06.05.2011 21:39 |
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Andries
Inner Circle

Registration Date: 30.01.2007
Posts: 1,419
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Hi Klaus,
bei diesem Stück habe ich zwar überlegt ihm doppelt zu präparieren, aber es erschien mir zu viel Arbeit. Dann lieber noch ein paar Ecken ausbessern. :o)
Mit dem durchstrahlen gebe ich Dir recht, an ein paar Stellen scheint wohl kaum noch Substanz da zu sein.
Anhäufung:
Vielen Dank für Deine Aussage. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung über das "Einbettung-Art" bei Bundenbach habe, weshalb ich nicht sagen kann, ob es eine "Lebend-Einbettung" war oder nicht.
Die Lage spricht dafür, aber ich habe mir auch schon den Kopf zerbrochen, wie die Trilobiten so schnell versterben konnten, dass sie faktisch in Marschposition eingebettet wurden.
Das einzige Senario welches Sinn macht, wäre eine sehr schnelle Einbettung innerhalb von Sekundenbruchteile.
Platte:
Die Wahrscheinlichkeit die Anschlussplatte zu finden, grenzt wirklich gegen Null, aber machmal muss man einfach Glück haben.
Der der aufgibt hat schon verloren. ;o)
Ausserdem, so hat man was zu träumen.
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07.05.2011 17:19 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Grüsst euch,
wollte nur bemerken, das Verschüttung von Fossilien im Bundenbach doch eher die Regel als die Ausnahme ist. Zumindest die vielen vollständigen Echinodermen und auch Trilobiten sind doch ohne schnelle Einbettung kaum denkbar.
Ein schnelles Googlen brachte auch Erfolg und führte mich zu einem Paper, worin "low density" -Turbidite verantwortlich sind für die erhaltung feinster Spurenfossilien und pyritisierter Kérperfossilien.
Abstrakt zu "Ichnological evidence for the environmental setting of the Fossil-Lagerstätten in the Devonian Hunsrück Slate, Germany"
Owen E. Sutcliffe1, Derek E. G. Briggs1 and Christoph Bartels2
http://geology.geoscienceworld.org/cgi/c...stract/27/3/275
Schade dass ich die Arbeit nicht habe, ist sicher interessant.
lg,
Jens
PS: Ein Frage an Klaus, warum meinst du, dass es die 4 gleich ausgerichteten Phacopen nicht hintereinander hermarschiert sind. Solche Reihen sind doch inszwischen auch von Phacopen bekannt und ein Turbidit kann doch durch vergiftend gewirkt haben. Wenn ein Schlammstrom ins Becken abgeht, dann wird mit Sicherheit viel H2S-haltiges Sediment mobilisiert, selbst wenn das später nur als feiner Schlammregen innerhalb von Tagen sich absetzt reicht es doch um abgestorbene oder erstickte Tiere zu bedecken und damit als komplette Exemplare zu erhalten.
Was spricht also gegen die Ringelreigen-Deutung?
lg,
Jens
PS: Bin nur noch heute online, da ich morgen gen Heimat fahre um Urlaub zu haben.
Edit: Hier noch ein Link zu einem anderen relevanten Paper:
Robert Raiswell*, Robert Newton*, Simon H. Bottrell*, Patricia M. Coburn*, Derek E. G. Briggs**, David P. G. Bond* and Simon W. Poulton*:
" Turbidite depositional influences on the diagenesis of Beecher's Trilobite Bed and the Hunsrück Slate; sites of soft tissue pyritization"
http://www.ajsonline.org/cgi/content/abstract/308/2/105
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07.05.2011 17:43 |
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juniper
Inner Circle

Registration Date: 26.01.2007
Posts: 1,404
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Hi Andries
Meine Bemerkung es sei "zu tief" gestrahlt ist nicht als "Qualitätsaussage" zur Präparation gemeint.
Sehr häufig sind Bundenbachtrilos nur relikthaft erhalten, sogar mit unterschiedlicher Qualität innerhalb des Fossils, also binnen weniger Zentimeter. Da können Beine erhalten sein, und die Schale ist partiell nur noch Matsch... Die Erhaltungsbedingungen abhängig vom organischen Material sind in Buba äußerst vielfältig (pyritisierte Weichteile, aber angelöste Schalen, oder: perfekte Köpfe aber relikthafte Pleuren usw.)
Nicht selten kann man beobachten, dass die Ränder der Pleuren klar erhalten sind (so auch an deinem Stück), die "Deckflächen" der Pleuren dagegen nicht mehr vorhanden sind. Der Thorax besteht also nur noch aus "Konturen" oder "Stegen", aber nicht mehr aus flächigen Elementen.
Beim Präparieren von unten wird man natürlich in die Tiefe sondieren, ob außer den "Stegen" noch die "Deckflächen" der Pleuren kommen werden. Wenn keine zu finden sind, ist man halt dann "durch", sonst hätte man ja was gefunden und vorher aufgehört...
Das ist beim Strahlen kaum anders als bei der Schabepräparation. Je nach Erhaltung und Glück beim Strahlen kann man aber die einstige "Grenzfläche" finden. Im Bundenbachthread habe ich ein ventrales Doppel gezeigt (mit dem kleinen geringelten Brachiopoden dazwischen), bei dem an dieser "Grenzfläche" die tektonischen Strukturen des unterlagernden Sediments (kleine "Faltenwürfe") sichtbar wurden.
Das Problem an dem Material ist dann nur, dass man es keinesfalls beidseitig freilegen kann. Es bleiben ja nur die Konturen der Pleuren stehen, und dazwischen nichts mehr.
(War jetzt etwas speziell, dieser Exkurs... :rolleyes: )
@Jens: Das erfordert eine umfangreichere Antwort als ich jetzt im Augenblick tippen kann. Bitte ein bisserl Geduld.
lg.Klaus
__________________ „Ich suche nicht - ich finde.” Pablo Picasso.
2.Trilobiten-Tagung (19./20.2.2011): Abstracts der Vorträge
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07.05.2011 18:34 |
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Andries
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Registration Date: 30.01.2007
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Hi Klaus,
vielen Dank für Deine Exkursion.
Bin schon auf Deine Antwort zum Gänsemarsch gespannt.
Mit Dein Wissen zu Bundenbach wird es sicher interessant. :o)
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07.05.2011 19:06 |
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