Präparation von Trilobit in hartem Kalkstein. |
drongen
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| Präparation von Trilobit in hartem Kalkstein. |
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Ich habe hier ein paar Trilobiten aus den Ardennen. Die Teile liegen in hartem grauen Kalkstein. Ich habe versucht die mit dem Stichel zu präparieren, aber der Stein ist sehr hart und man sieht sofort kein Unterschied mehr zwischen Matrix und Trilo. Wann ich zu dicht komme springt sofort die Schale ab. Es ist sicherlich ein übliches Problem und deshalb wollte ich fragen ob Jemanden mich einige Tipps geben kann. Können Chemikalien helfen oder brauche ich unbedingt ein Strahlgerät?
Herzlichen Dank im Voraus
Peter
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02.11.2009 21:08 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Hallo Peter,
es ist immer schwierig ohne Bilder oder noch besser eigene Erfahrungen mit dem Material einen Tip zu geben. Die von dir beschriebenen Probleme erinnern mich an eigene Erfahrungen mit einem ordovizischen Kalkstein, der sogenannte Ostseekalk.
Daher erstmal ein paar Fragen. Wenn man den Kalk aufschlägt, bleibt dann die Schale im Gegendruck haften oder trennt sie vom Gestein???. Die Trennung ist immer sehr wichtig, wenn vorhanden dann erleichtert sie die Präparation, wenn nicht, wirds problematisch.
Fehlender Kontrast ist schwierig, ich gehe mal davon aus, das du unter dem Mikroskop präparierst. Ohne ein solches ist eine vernünftige Präparation schwieriger Gesteine eh kaum möglich.
Chemische Präparation bringt bei Trilos eigentlich selten Erfolg, es sei denn der Kalk hätte einen Mergelanteil. Dann könnte man Kaliumhydroxid ausprobieren, aber das geht nur mit Tonanteil im Kalk, ansonsten passiert überhaupt nichts. Außerdem ist die KOH-Präparation nicht so ohne, und sie wird bei Trilos meines Wissens bislang nicht genutzt. Mergelige Gesteine lassen sich nämlich meist auch Strahlen und daher wirds lieber einfacher mit Airbraise gemacht.
Harte Kalke haben sich beim Strahlen aber eher zickig und es kann durchaus sein, daß es keinen Erfolg bringt. Nämlich wenn Schale und Kalk gleich hart sind.
Ich arbeite bei schwierigen Stücken mit schlechter Trennung meist mit der Präparationsnadel und Schleifwerkzeuge, wie Dremel oder besser Proxon. aber Schleifen bis kurz über die Schale funktioniert nur bei mehr oder weniger glatten Trilos, ansonsten macht man schnell was kaputt.
Zeige also wenn es denn geht erstmal Bilder, vielleicht findet man dann eine Idee.
lg,
Jens
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03.11.2009 19:23 |
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Jens
Moderator
Registration Date: 18.03.2007
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Hallo Peter,
die Präparation in solchen Kalken ist nie leicht. Kenne ähnliche Problemkalke.
Das von dir gezeigte Stück ist aber präparierbar, nur müßte halt die Schale wieder rauf, was mit einem guten dünnflüssigen Epoxidharz ganz gut geht. Zum Beispiel von Akemi, Mamorkitt, extra dünnflüssig.
Allerdings ist es vorher notwendig, ein Stück Schale freizulegen, um so ein Fenster zu schaffen. Denn von oben runter auf die Schale zu präparieren, ohne dass man sie sieht ist ungünstig. Machbar aber nicht so leicht.
Ich habe mit dem HW 1 noch nicht gearbeitet. Problemkalke mit schlechter Trennung sollte man vorsichtig bis auf die Schale runtermörsern, nur nicht versuchen ein größeres Stückchen abplatzen zu lassen. Das reißt dann gern die Schale mit. Alternativ würde ich auch mal versuchen mich bis an die Schale ranzuschleifen, ganz vorsichtig und den letzten halben Millimeter mit ner Präparationsnadel per Hand rauszuholen, daß geht bestimmt, ist aber aufwendig.
lg,
Jens
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05.11.2009 18:51 |
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drongen
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Hallo Jens,
vielen Dank für die Tipps. Mit Akemi oder Mamorkitt habe ich noch nicht gearbeitet. Wo kann man das kaufen? Ich habe immer mit Sekundenkleber gearbeitet.
MfG
Peter
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06.11.2009 21:10 |
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Piltonia
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Registration Date: 05.04.2008
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06.11.2009 21:58 |
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Piltonia
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06.11.2009 22:29 |
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Jens
Moderator
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Lieber Peter,
ohne den richtigen Kleber braucht man eine Transferpräparation gar nicht erst anfangen. Ich nutze auch gerne Sekundenkleber, aber für schwierige Präparbeiten braucht man einen richtig hart abbindenden Kleber, der aber anfangs genauso flüssig ist wie Sekundenkleber. Wenn man mit Sekundenkleber geklebte Schalenteile versucht aufzupräparieren, zerbrechen sie meist in kleinste Splitter, da der Sekundenkleber eine gewisse Elastizität besitzt. Bei relativ weichen Mergelkalken ist Sekundenkleber aber okay, nur eben nicht bei den harten Kalken.
Probiers einfach mal aus und du wirst Akemi extraflüssig nie mehr missen möchten. Nimm aber nicht pastös, das braucht man mehr für Klebungen wo Material ausgebrochen ist und nicht so hohe Standfestigkeit der Klebungen benötigt wird.
Kleiner Tip, will man Schale aufpräparieren muß die aufliegende Schale möglichst paßgenau auf dem Steinkern aufliegen. Eine Schraubzwinge kann da recht hilfreich sein, bis der Kleber ausgehärtet ist.
lg,
Jens
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06.11.2009 22:32 |
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drongen
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Hallo Jens,
Und auch Mark, vielen Dank. Ich habe mal nachgesehen, es gibt dort verschieden Produkte, mindestens 2 sein flüssig. Welchen brauche ich?
1) AKEMI 2K. Kunstharz Akemi transparent, speziell auch zum stabilisieren instabiler Fossilien. Inklusive Härter! Akemi Steinkleber Konsistenz: extra dünnflüssig Farbe: honigfarben 900ml
2) Akemi transparent, inklusive Härter! Akemi Steinkleber - Konsistenz: flüssig - Farbe: honigfarben - 150ml
Dann habe ich noch eine Frage. Wann der Trilobiet freiliegt dann gibt es oft kleine Spuren von dem Stichel. Die Stellen sehen dort weiß aus. Wann der Stein nass ist, sieht man es nicht mehr, einmal trocken ist das weiß wieder da. Wie kann man das schöner machen? Die Marokkaner nutzen gerne Farbe, aber möchte ich nicht tun. Gibt es dafür ein Tipp?
Herzlichen Dank im Voraus
Peter
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07.11.2009 20:34 |
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Jens
Moderator
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Hallo Peter,
der beste Weg ist möglichst gut mit dem Stichel umzugehen und keine weißen Punkte machen. Der Trick ist so den Stichel zu führen, daß man vermeidet die Schale zu berühren. Hat man doch diese weißen Stellen verursacht kann man versuchen mit Wasser und Zahnbürste und viel, viel Bürsten den weißen Kalk zu entfernen. Mit einem Sandstrahler und nem weichen Strahlmittel geht das aber schneller, aber nicht jeder hat ja ne Strahle auf dem Tisch stehen.
lg,
Jens
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07.11.2009 21:10 |
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drongen
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Hallo Jens,
Die Schale nicht berühren ist sicherlich die beste Lösung, aber bei diesen sehrharten Steinen die stark an den Trilo kleben und wobei es kaum Kontrast gibt zwischen Muttergestein und Trilo ist es oft nicht zu vermeiden. Werde mich also ein Satz Zahnbrüste besorgen … :)
Noch vielen Dank
Peter
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07.11.2009 21:38 |
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Jens
Moderator
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Hi Peter,
ja ich weiß, ist nicht leicht trefferfrei zu präparieren und manchmal geht es kaum. Die Zahnbürstenmethode ist nicht der einfachste Weg die Stellen loszuwerden, funktioniert auch nur bei kleinen Löchern. Man kann auch mit einem Druckbleistift ein bißchen auf den Stellen rummalen, ist nicht ganz so schlimm wie die marokkanische Schmiermethode.
Hab vergessen zum Thema Kleber noch was zu sagen. Der Erste, extraflüssig ist glaube ich der richtige und achte auf das richtige Härter-Kleber-Verhältnis.
Zudem ist es nicht so einfach mit einem flüssigen Kleber sauber umzugehen, rühre ihn auf etwas an, was du nicht mehr brauchst. Pappe, Plastik, Glas. Ausgehärtet ist das Zeug kaum wegzukriegen, ebenfalls Tropfen auf dem Stein an Stellen wo man sie nicht haben will. Aber man kriegt den Dreh schnell raus.
lg und gutes Nächtle.
Jens
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07.11.2009 22:52 |
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drongen
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Hallo Jens,
ich habe den Kleber inzwischen bestellt. Werde versuchen sauber zu arbeiten. Werde es erst mal ausprobieren auf Probeteile.
Noch vielen Dank
Peter
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08.11.2009 20:28 |
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Jens
Moderator
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Okidoki, warte am Besten nen Tag, nachdem du geklebt hast, damit der Kleber richtig ausgehärtet ist.
Erstmal Probestücke zu verwenden macht Sinn.
lg,
Jens
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08.11.2009 21:42 |
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