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Xiphogonium

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Freitag, 21. August 2015, 10:43

Vorstellung, Teil 2 - Hans-Hartmut Krueger - Die Unterfamilie Chasmopinae (Trilobita, Pterygometopidae)

Hallo zusammen!

Schon im Oktober letzten Jahres hatte ich zugesagt das hier schon einmal kurz vorgestellte Buch von Hans-Hartmut Krueger: ‚Die Unterfamilie Chasmopinae (Trilobita, Pterygometopidae) aus baltoskandischen Geschieben sowie Baltoskandia und angrenzenden Gebieten‘ etwas eingehender vorzustellen, insbesondere als mir ein Belegexemplar überlassen wurde.

Das hole ich hiermit nach!

Das im Ampyx-Verlag , Dr. A. Stark in Halle an der Saale erschienene Buch im DIN A4-Format mit der ISBN 978-3-932795-35-0 mit 152 Seiten, darunter 27 ganzseitige Tafeln, 11 Textabbildungen und 8 Tabellen, beschreibt insgesamt 53 Arten, darunter 11 neue, aus dem baltoskandischen Raum.

Ergänzend werden fünf Spezies aus Großbritannien und eine aus Kanada diskutiert und mit den baltoskandischen Arten korreliert.

Zur Abgrenzung der unterschiedlichen Spezies werden Unterschiede am Cephalon und Pygidium herangezogen, die bestimmte evolutionäre Trends erkennen lassen.




Über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren trug der Autor eine Vielzahl von Trilobiten aus nordischen Geschieben des Ordoviziums, unter anderem der Unterfamilie Chasmopinae, zusammen. Durch konsequentes Zusammenhalten der gesamten Fauna der einzelnen Geschiebeblöcke war es möglich unter Einbeziehung der Begleitfauna fast alle Arten strategraphisch relativ sicher einzuordnen. Aus der mittel- bis oberordovizischen Trilobitenfamilie Pterygometopidae werden aus der Unterfamilie Chasmopinae insgesamt acht Gattungen vorgestellt, die sich in zwei Gruppen gliedern lassen: In fünf Gattungen mit Verschluß-System (Vincularfurche) und drei Gattungen ohne Verschluß-System.

Bei weit mehr als der Hälfte der Arten gelang es das Hypostom in Originallage frei zu präparieren. Auch der Nachweis von Poren, bzw. die Anlage von Tuberkeln sowie die Ausbildung der Augen sind Ergebnisse der Präparationsarbeiten. Desweiteren werden die verschiedenen Kalksteintypen charakterisiert.

Was an dem Buch besonders gefällt ist die direkte fotografische Bezugnahme auf die entsprechende Art, indem bei jeder beschriebenen Spezies in einem hellgrau hinterlegten Kasten direkt ein Cephalon, Hypostom oder beides abgebildet ist, so daß man nicht jedesmal den Tafelteil aufschlagen muß sondern direkt mit dem Artnamen den zugeschriebenen Fund zu Gesicht bekommt, und das inklusive der Maße.



Der Text an sich ist im Verhältnis leicht verständliche formuliert, natürlich kommt man um die wissenschaftliche Nomenklatur dabei nicht herum.

Die durchgehende Illustrierung der Arbeit mit den oben beschriebenen Abbildungen sowie die schematischen Vergleichsdarstellungen etwa von Seitenansichten der verschiedenen Cephala plus die Tabellen lockern die bei solchen Arbeiten ja formbedingt nur allzuoft zu findende Textwüste angenehm auf. Das Lesen wird darüber hinaus nicht unwesentlich durch einen angenehmen Zeilenabstand erleichtert.



Das Buch ist bei Frank Rudolph (Fossilbuch) erhältlich (auch via Amazon):

http://www.amazon.de/gp/offer-listing/39…8&condition=new

oder vermutlich auch direkt beim Ampyx-Verlag in Halle (Saale):

Ampyx-Verlag Dr. A. Stark
Seebener Str. 190
06114 Halle
Tel.: 5225045
E-Mail: a.stark@druck-zuck.net
zum Preis von EUR 38,00.

Das ist jedenfalls für an diesen Geschiebetrilobiten Interessierte sicher gut angelegtes Geld und ich bedanke mich meinerseits nochmal für das überlassene Belegexemplar.

Ich wünsche dem Autor auch weiterhin erfolgreiches Arbeiten.

Mike
"The gates of Heaven and Hell are adjacent ... and unmarked!" - Carl Sagan
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Jens

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2

Samstag, 22. August 2015, 19:41

Hallo Mike,

gute Vorstellung dieser umfangreichen Arbeit von Hans-Hartmut Krueger. In Geschiebesammlerkreisen ist er eine Ikone und durch seine herausragend guten Präparate von Trilobiten allseits bewundert. Chasmops und Co. haben ihn sein Leben lang fasziniert und so kann man diese Chasmops-Monographie als ein Ergebnis jahrzehntelanger Sammelei und Präparierens sehen und wertschätzen.

Sowas macht Hans-Hartmut so schnell niemand nach, denn die Geschiebe die diese Trilobiten geliefert haben sind allesamt keineswegs einfach zu finden und es ist nicht einfach sie genau stratigraphisch einstufen zu können.

Hoffe dass Hans-Hartmut die Kraft und Freude findet weitere Trilobiten aus seinem Fundus vorzustellen.

lg,
Jens
Was wäre die Welt ohne Trilobiten.
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