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carnifex

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  • »carnifex« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 20. März 2017, 09:51

Steinbruch Kosov b. Beroun

Hallo zusammen,

das ist mein erster Beitrag hier im Forum - bin sonst eher im Plattenkalk unterwegs, aber aufgrund eines Umzuges muss ich mich etwas umorientieren.

Habe am Wochenende eine Tour nach Beroun gemacht. Sozudagen meine erste Sammeltour in Richtung Trilobiten.

Wieder Erwarten habe ich die Schichten in denen die Minuats vorkommen auch recht schnell gefunden und ohen Probleme grössere Schichtpakete aus dem Profil entnehmen können. Ich hatte schon einige hübsche Multiplatten vor Augen.

ABER:

Letztendlich bin ich am Material gescheitert. Die Schichten liessen sich kaum spalten. Nur zu kleinen Formaten (Streichholzschachtelgrösse) zerkleinert, war es möglich die Stücke einigermassen zu spalten.

Das war ziemlich frustrierend, im Querbruch sieht man recht viele Minutas - man kommt aber einfach nicht ran!

Gibt es da einen Trick?? Habe mir Matreial mitgenommen, um zu sehen ob es vielleicht im Gefrierfach auffriert, bin da aber pessimistich...................

Hat da jemand Erfahrungen?

LG
Marcus

Michael

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2

Montag, 20. März 2017, 15:38

Hallo Marcus,

willkommen hier im Forum ! Schön, dass Du die Trilobiten für Dich entdeckt hast.
Ich habe vor einigen Jahren im Steinbruch Kosov gesammelt, dabei einige minutas und auch Harpidella misera sowie Prionopletis finden können. Haben damals auch Schichtpakete aus der Wand entfernen können, diese ließen sich allerdings meist recht gut spalten (mit kleinem Schürfhammer, die "Schneide"). Meist auch in relativ kleinen Plättchen, aber auch eben ein paar größere mit vielen Häutungshemden. Ob einfrieren was bringt kann ich nicht sagen...
Wir haben damals aber auch einmal leicht neben der richtigen Schicht gelegen, die Schiefer sahen genauso aus ;-) Die ließen sich auch super spalten, waren halt nur leer... Gute Funde haben wir dagegen auf der "Halde" gemacht, schön rausgewittert und einige tolle Trilobiten dabei.

lG
MIcha

carnifex

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3

Dienstag, 21. März 2017, 08:30

Hi Michael,

vielen Dank für deine Antwort!

Die Gefriermethode hat schonmal nicht funktioniert........, ich werde mich nochmal den mitgebrachten ungespaltenen Platten witmen - und bei schönem wetter nochmal für 1-2 Tagen nach Beroun fahren.

Gibt es denn irgenwas überblicksmässiges an Literatur zu Kosov - ich hatte auch etwas im Graptolithenschiefer gesucht und auch ein paar nette Kleinigkeiten gefunden.

Gruss aus Wien
Marcus

Michael

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4

Dienstag, 21. März 2017, 10:42

Hi Marcus,

schade dass Einfrieren nichts gebracht hat. Also direkt Literatur zu Kosov wüsste ich jetzt nicht, allgemein haben wir etliches zu böhmischen Trilobiten in der Literatur- Abteilung. Auch etwas zur Kopanina- Formation, daraus stammen ja die minutas ;-)
Wir haben auch einige andere Seiten mit schönen böhmischen Trilobiten verlinkt, meist halt in tschechisch...
Hier diese z.B.
http://www.trilobiti.estranky.cz/clanky/lokality-siluru.html

Auf dieser Seite hier gibt es z.B. auch einige Crinoiden und Cephalopoden aus dem Silur, auch aus Kosov:
http://deiphon.cz/sbirka/silur/


halte uns bitte auf dem laufenden, ob Du in Deinem Material noch was findest, auch über neue Suchen in Beroun !

lG
Micha

Apianurus

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Mittwoch, 22. März 2017, 11:17

Hallo Marcus,
anbei eine kleine Literatur-Auswahl, mit Schwerpunkt Kosov:

Mergl, Michal & Budil, Petr (2010): Pyritized fossil fauna in the Motol Formation (Wenlock)in the Kosov Quarry near Beroun - Zpravy o geologickych vyzkumech v roce


Snajdr, Milan(1986): Trilobita. In: Kriz, Jiri - Jaeger, Hermann - Paris, Florentin & Schönlaub, Hans Peter - Pridoli - the fourth subdivision of the Silurian - Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt 129,2

Valicek, Jan (2004): Vzpominka na sberatele "rokycanskych kulicek" Libora Novotneho z Cheznovic - Palaeontologia Bohemiae, Vol.IX/8, Prag

Vanek, Jiri & Vokac, Vaclav (2004): Kosovopeltis stulta sp.n. (Styginidae, Trilobita) from lower Ludlow of Prague Basin (Ludfordian, Kopanina Formation, Czech Republic) - Palaeontologia Bohemiae, Vol.IX/2, Prag

Vokac, Vaclav(1999): Trilobitengemeinschaften des Grenzinterwalls Ludlowium -Pridolium (Silur) im neuen Profil im Steinbruch Kosov bei Beroun(Prager Becken, Böhmen) - Palaeontologia Bohemiae, Vol.V/9, Prag

Vokac, Vaclav(2004): Find of upper Wenlockian (Silurian) trilobite community Raphiophorus - Rabuloproetus from quarry Kosov near Beroun (Praha Basin, Barrandian, Czech Republik) - Palaeontologia Bohemiae, Vol.IX/7, Prag


Alles Gute

Ulrich

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Apianurus« (22. März 2017, 17:11)


carnifex

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Donnerstag, 23. März 2017, 10:58

allo Micha und Ulrich,

vielen Dank für die weiterführenden Infos. Werde mal schauen was sich davon finden lässt!

Halte euch natürlich auf dem Laufenden. Habe nochmal versucht ein paar Stücke zu spalten - mit etwas mehr Krafteinsatz scheint es jetz ganz gut zu funktionieren.

Das erste einigermassen artikulierte Tier gab es gestern - leider nicht vollständig - aber wohl auch keine Minuta!


Michael

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Donnerstag, 23. März 2017, 12:38

Hi Marcus,

nee, ne minuta ist das nicht, dürfte wohl ein Häutungsrest von Harpidella misera sein, allerdings ist wohl auch das Pygidium beschädigt. Jedenfalls soweit auf dem Foto erkennbar. Oft werden die Harpidella aus der Kopanina- bzw. Kopaninske Formation als Otarion diffractum bezeichnet. Soweit ich weiß (bin kein wirklicher Kenner, das war ne Info von Pavel...) sind die "Otarions" aber die meist nur als Cranidium zu findenden Viecher aus den Kalkschichten, die haben ein kürzeres Präglabellarfeld.
und immer schön aufs Negativ schauen, da bleibt meist die weiße "Schale" bzw. Reste des mineralisierten Exoskelettes hängen ;-). Außerdem kommt es oft vor, dass ein Stückchen vom Thorax entfernt noch das Cranidium (Mittelkopf) liegt, ist bei Harpidella misera ein häufiger Häutungsmodus. Also die Plättchen immer schön mit der Lupe absuchen. Viel Glück noch beim Schieferspalten und hoffentlich noch ein paar schöne Trilos darauf ;-)

lG
Micha

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8

Donnerstag, 30. März 2017, 12:34

Hier als update mal eine kurze Zusammenfassung (in tschechischer Sprache) zum Steinbruch Kosov von Stepan Rak:
http://www.geology.cz/svet-geologie/vyle…a_kosov_web.pdf


lG
Micha

Jens

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9

Dienstag, 4. April 2017, 13:31

Hallo,

vielleicht bringt es ja was das Kosov-Material einen oder zwei Winter draussen im Garten zu lassen. Die natürliche Frostsprengung ist in der Regel ziemlich effektiv. Ansonsten ist das Spalten von Platten wohl materialabhängig und möglicherweise braucht es auch spezielle Hämmer oder gar ein Spalteisen.
Auch kann man ja mal testen ob man nicht eine Platte mit Hilfe eine Präparationsstichels spalten kann. Einfach entland der interessanten Schicht von den Aussenseiten eine Linie aus Druckpunkten legen, eben wie man in der Steinverarbeitung einen grossen Block mit Meisseln spaltet. Falls es Trennung entlang der Schichtfläche gibt könnte der Trick hier helfen.


lg,
Jens
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Michael

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Dienstag, 4. April 2017, 21:36

Hi Jens,

denke ein paar Winter im Garten wären sicher effektiv, wir hatten damals die schönsten Funde (jedenfalls im Schiefer) auf der Halde, wo andere Sammler ihre "Abfälle", evtl. eben schlecht spaltbare dünnere Plättchen, draufgeworfen hatten. Waren entweder schon natürlich gespalten (dann eben nur entweder Negativ oder positiv) oder leicht zu spalten. In Garten in Wind und Wetter wäre wohl der gleiche Effekt zu erwarten. Wichtig wäre nur, dass man die richtige Schicht ausgräbt, sonst hat man nen Haufen leicht zu spaltender leerer Schiefer ;-)
Am Rande: Meinen Prionopeltis habe ich damals auch auf der "Halde" gefunden- erst das Positiv, gefreut und natürlich kein Gegenstück erwartet; dieses lag einen Meter weiter unten... Ein gut 1 cm Negativ auf der großen Halde, das war Glück :019:


lG
Micha





PS: den hier meine ich- ein "Verwitterungsopfer" ;-)
»Michael« hat folgende Bilder angehängt:
  • Prionopeltis praecedens.jpg
  • Prionopeltis negativ.jpg

Jens

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Mittwoch, 5. April 2017, 15:34

Hi Michael,

die Haldensammelei hat sicher ihren Vorteil aufgrund der angesprochenen Verwitterungseffekte. Ich würde bei deinem Prionopeltis vermuten, dass das Stück als es ein paar Jahre vor dir gefunden wurde auf der Halde landete, weil es ja nur einen Kopf zeigte. Der Thorax und das Pygidium war noch verdeckt, erst durch die Frostsprengung hat sich dann die kleinere Scherbe gelöst und wir sehen daher die Schale noch etwas heller als der verblichene Kopfbereich. Übrigens kann es gut sein, dass bei Stücke erst beim Klettern auf der Halde voneinander gelöst wurden :) Wie auch immer, du hast Dusel und gute Augen gehabt, aber Glückwunsch, tolles und seltenes Stück.

Denke ein gutes Beispiel für die Wirksmkeit der Gartenwittermethode :)
Was wäre die Welt ohne Trilobiten.
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Andries

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Samstag, 13. Mai 2017, 12:02

Hallo Micha,

ein toller Fund, ich gratuliere Dich.
Ich kenne die Halde(n) in Kosov.
Dass Du noch das passende Negativ gefunden hast ist echt ein Glücksfall.
Ich meine, dass ich auch einmal Glück hatte, ansonsten immer nur eine der beiden Seiten.

Untypisch ist es nicht, dass durch den Winter(n) die Schichten weiter aufgehen.
Wenn man die richtige (?) Lage (bzw. das was ich glaubte) rausholt, spaltet sie nur mässig.
Es lohnt sich aber, die Stein zur Seite zu legen und ggf. mal später die Sachen zu spalten.
Wie Du schon gemerkt hast, kann man vereinzelt auch auf der Halde noch schöne Stücke finden.

Viele Grüße,

Andries