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pathologische Trilobiten

Fehlbildungen im Paläozoikum

Hin und wieder trifft ein Sammler auf ein Fundstück, das seine Aufmerksamkeit erregt, nicht weil es besonders groß oder klein, besonders rar oder häufig ist, sondern weil es in seiner Form vom bekannten Muster abweicht. Irgendetwas stimmt nicht und bei genauerer Betrachtung stellt sich vielleicht heraus, daß dem Trilobiten eine Pleure fehlt, das Schwanzschild verkümmert ist oder der linke Wangenstachel weitaus kürzer ist als der rechte. Oder aber der Trilobitenpanzer zeugt durch große Fehlstellen vom Angriff eines Freßfeindes. Beispiele zumeist pathologischer Veränderungen sind das Thema dieser Unterseite.

Das nachfolgende Bildmaterial wurde mir freundlicherweise von Dieter Holland überlassen, der auch die Anregung zu dieser Darstellung gab. Alle Bildrechte liegen bei ihm.


PlatyscutellumEindeutige Fehlentwicklungen im Aufbau des Trilobitenpanzers zeigt dieser Platyscutellum aus dem Devon von Marokko. Der Trilobit besitzt 10 Thoraxsegmente, die auf der rechten Seite korrekt in lange Pleuren auslaufen. Die linke Seite aber zeigt eine Verkürzung und Verschmelzung der 10. Pleure mit dem Schwanzschild, sowie eine deutliche Verkürzung der 9. Pleure und Verkürzungen der Pleuren 3 bis 8, letztere könnten allerdings auch durch andere Ursachen entstanden sein, da die Pleurenenden doch recht "abgebrochen" aussehen, was in der Großaufnahme noch besser zu erkennen ist.

ScutellumDer Schwanzschild der Styginidae (Scutelluidae) scheint übrigens sehr häufig von pathologischen Veränderungen oder Zeugnissen von Beutejägern betroffen zu sein, jedenfalls findet man öfters Trilobiten dieser Familie mit entsprechenden Auffälligkeiten. Das vorliegende Exemplar eines Scutellum zeigt deutliche Fehlstellen am rechten Pygidiumrand, die Ränder sind auffällig glatt und die in der Großaufnahme deutlich erkennbare Verflachung der Pygidialrippen in Richtung der Fehlstelle scheint eher für eine pathologische Veränderung zu sprechen als für eine Wundverheilung nach dem Angriff eines Freßfeindes. Es fehlen auch "Freßmarken" eines wie auch immer gestalteten Mundapparates.

ThysanopeltisZiemlich böse erwischt hat die Natur auch diesen Thysanopeltis aus dem Devon von Marokko. Das Pygidium ist auf der rechten Seite deutlich pathologisch, überzählige freie, an den Enden aber wieder verwachsene Pleuren sind evident und das ganze Schwanzschild ist doch ziemlich aus der Form geraten. Einwirkungen eines Freßfeindes sind auch in diesem Falle wohl eher unwahrscheinlich, da die Veränderungen deutlich entwicklungsbedingt sind. Der Trilobit scheint mit seiner Behinderung aber durchaus lebensfähig geblieben zu sein, da, wie bei anderen Tieren auch, die Extremitäten selten existentiell bedeutsam sind.

ColtraneiaEine deformierte Spindel oder Rhachis bei einer ansonsten sehr schönen Coltraneia aus Marokko (mit hervorragend erhaltenen, sehr prominenten Augen) die auf den ersten Blick nicht so einfach zu erkennen ist. Die Spindelringe sind teilweise geschmälert, man beachte insbesondere die Segmente 5, 6, 9 und 10. Zusätzlich ist das Pygidium von ähnlichen Symptomen betroffen. Inwieweit es sich hierbei tatsächlich um eine pathologische Veränderung der Morphologie handelt oder womöglich um eine Reduktion der Schalenmasse während der Diagenese, etc., sei einmal dahingestellt, ist aber in Anbetracht des allgemeinen Erhaltungszustandes wenig wahrscheinlich.

DiademaproetusUngleich ausgebildete Wangenstacheln findet man hin und wieder bei entsprechend ausgestatteten Trilobiten, im vorliegenden Falle bei einem Diademaproetus aus dem Devon von Marokko. In der Großaufnahme kann man deutlich erkennen, daß der linke Wangenstachel nicht abgebrochen, sondern regulär, aber verkürzt abschließt. Inwieweit eine eventuelle Verletzung aus einem früheren Stadium der Trilobitenentwicklung durch die nachfolgenden Häutungen in der Art ausgeglichen werden konnte, daß der neue Panzer sich der veränderten Morphologie anpaßte, bleibt Spekulation.

LeymeriellaMorphologische Veränderungen sind natürlich nicht nur auf Trilobiten beschränkt. Gerade bei Ammoniten sind auffällige Exemplare gar nicht mal so selten anzutreffen. Im vorliegenden Fall bei einer Leymeriella aus dem Oberen Apt, Obere Unterkreide von Vöhrum, die wir hier nur als kurzes Beispiel anführen wollen. Deutlich ist zu sehen, daß der Kopffüßer eine nicht unerhebliche Verletzung davongetragen haben muß, die er anschließend durch den allmählichen Anbau neuer Segmente auszugleichen hatte, was ihm auch weitestgehend gelungen ist. Eine krankhafte Veränderung liegt hier im Gegensatz zu den obigen Trilobiten wohl nicht vor. Man beachte die deutlich erkennbare "Abrißkante".

Wenn auch Sie im Besitz eines pathologischen Trilobiten sind und ihn gerne in diese Galerie aufgenommen sähen, eine kurze Email mit Bild genügt.

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Letzte Aktualisierung: Samstag, 30.01.2010 16:39