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Ordnung PHACOPIDA (6)

SALTER, 1864 *

Die Phacopida bilden eine große, attraktive Gruppe, die vom Unteren Ordovizium bis ins Obere Devon hinein eine nicht unwesentliche Rolle innerhalb der Klasse Trilobita spielte. Als besonderes Merkmal haben Trilobiten der Unterordnung Phacopina jene einzigartigen Sehapparate entwickelt, die heute als schizochroal bezeichnet werden. Aus den schier unerschöpflich scheinenden Fundstellen Marokkos kommen einzigartig erhaltene Exemplare dieser weit verbreiteten Fossilien.

Alle Bilder © 2004 Trilobita.de

Ordnung PHACOPIDA SALTER, 1864
Hypsipariops cf. vagabundus (STRUVE, 1990)
Hypsipariops cf. vagabundus (STRUVE, 1990)
Fundort: Umgebung von Oum Jerane, Mitteldevon, Eifelium, Marokko
Dieser Trilobit erreicht mit einer Länge von ca. 14 cm im gestreckten Zustand locker die Größe der Gattung Drotops und zählt damit zu Struves "Riesenphacopiden". Er weist einige kleine Unterschiede zu der von Struve seinerzeit als Pedinopariops vagabundus beschriebenen Art auf und stammt auch von anderer Stelle, ca. 70 km vom Issoumour entfernt. Sehr auffällig an diesem Trilobiten sind die deutlichen und großen Porenöffnungen, die den gesamten Panzer überziehen und vor allem im Bereich der Freiwangen und des Schwanzschildes augenfällig sind. Der gesamte Panzer dieses Stücks ist von kleinen Kalzitadern durchzogen, die auf den ersten Blick wie Kratzer und Brüche wirken.
Calymene sp.

Calymene sp.
Fundort: Südseite des Mrakib, Pragium, Unterdevon, Marokko
Der langgestreckte, sich von West nach Ost erstreckende Höhenzug des Mrakib (auch: Merakib oder M'rakib) im marokkanischen Ma'der bietet an beiden Seiten eine reiche Trilobitenfauna unterschiedlicher Ausprägung. Von der Südseite, die ich selbst im Jahr 2008 besucht habe, stammt diese devonische Calymene, die in letzter Zeit hin und wieder mal auch auf den großen Börsen auftaucht. Ich kann mich noch genau daran erinnern, daß noch vor wenigen Jahren behauptet wurde es gebe in Marokko keine Calymenen aus dieser Periode. Wie so vieles aus Marokko, was anfänglich mit (zum Teil berechtigter) Skepsis betrachtet wurde, hat sich auch hier im Nachhinein dieselbe als unbegründet erwiesen.

Crotalocephalina cf. africanus
Crotalocephalina cf. africanus (ALBERTI, 1967)
Fundort: Jbel Oufaten, Ma'der, Pragium, Unterdevon, Marokko
Der in Marokko wohl am häufigsten anzutreffende Vertreter der Gattung Crotalocephalina, bzw. der auf Börsen am häufigsten zum Kauf angebotene, ist sicherlich C. gibbus (BEYRICH, 1845) , wobei fraglich ist ob es sich tatsächlich um dieselbe Art handelt. Weniger oft sieht man andere Arten, die sich schon auf den ersten Blick von der vorgenannten unterscheiden. Im vorliegenden Fall genügt ein Blick auf das Pygidium, um den augenfälligsten Unterschied zu erkennen. Davon abgesehen handelt es sich bei dem hier gezeigten Exemplar trotz Verlust der linken Freiwange um ein sehr gut präpariertes Stück, das vor allem durch seine interessante Färbung auffällt.

* Salter, J.W. 1864. A Monograph of British Trilobites, Part 1. Palaeontographical Society, London, Monograph, vol. for 1862. p. 1-80, pl. 1-6.

Letzte Aktualisierung: Samstag, 06.08.2011 19:02